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Josef Kraus verteidigt Ockenfels-Zeitschrift „Neue Ordnung“

Die „Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik“ mache sich selbst dessen schuldig, was sie der Zeitschrift anhängen wolle, so Josef Kraus. Ohne wissenschaftliche Substanz werde eine Politik der Skandalisierung und Empörung betrieben.
Josef Kraus kritisiert AG Christliche Sozialethik
Foto: Karlheinz Schindler (ZB) | Den Aufruf an Sozialethiker, in Zukunft nicht mehr in der „Neuen Ordnung“ zu publizieren, sei „peinlich“, so Josef Kraus.

Der ehemalige Präsident des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat die Zeitschrift „Neue Ordnung“ gegen die Kritik von Seiten der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Sozialethik“ verteidigt. Diese hatte der Zeitschrift in einer Erklärung die fachliche Reputation abgesprochen und ihr vorgeworfen, unter der Führung des Dominikanerpaters Wolfgang Ockenfels „in ein populistisches und extrem rechtes Fahrwasser“ geraten zu sein.

Kein inhaltlich konkreter Streit, sondern Stigmatisierung

Kraus kontert die Kritik an der „Neuen Ordnung“, mit der Behauptung, die „AG Christliche Sozialethik“ mache sich selbst dessen schuldig, was sie der Zeitschrift anhängen wolle: „Ohne wissenschaftliche Substanz betreibt sie eine ,Politik der Skandalisierung und Empörung', der ,Ausgrenzung und Abwertung', bedient ,Stereotypen und Ressentiments' und stellt sich damit ,außerhalb der Grenzen eines seriösen Fachdiskurses' und der Wissenschaft.“ Das schreibt der 69-Jährige in einem Beitrag für die Online-Zeitung „Tichys Einblick“.

Die Arbeitsgemeinschaft, ein Zusammenschluss von Professoren, die an katholischen Theologie-Fakultäten Christliche Sozialethik lehren, streite nicht inhaltlich konkret, sondern „kanzelt ab, stigmatisiert“. Diese Art und Weise des Vorgehens sei beschämend.

Kraus: "Hier greift der Gesinnungsfuror einer neuen Inquisition"

Den Aufruf an Sozialethiker, in Zukunft nicht mehr in der „Neuen Ordnung“ zu publizieren, sei „peinlich“, so Kraus weiter. „Hier greift der Gesinnungsfuror einer neuen Inquisition um sich, die sich statt auf Dialog und nachvollziehbare Begründung auf Diskreditierung und Boykott gründet.“ Die Kritik an der „Neuen Ordnung“ zeuge von Niveauverlust und Sittenverfall. Die AG Christliche Sozialethik schicke sich an, „unter den Auspizien des Kampfes gegen ,Rechtspopulisten'“ die Bedingungen der Freiheit der Wissenschaft, einer offenen Gesellschaft und der pluralistischen Demokratie zu untergraben. „Mit solchen katholischen Sozialethikern ist wahrlich kein Staat zu machen“, meint Kraus.

Pater Ockenfels, emeritierter Professor für Christliche Soziallehre, ist seit 1985 Chefredakteur der „Neuen Ordnung“. Die Zeitschrift, die mit dem Institut für Gesellschaftswissenschaften Walberberg verbunden ist, steht für einen bestimmten Traditionsstrang in der katholischen Soziallehre der Nachkriegszeit: Begründet wurde sie von den Dominikanern Laurentius Siemer und Eberhard Welty; beide waren Vordenker des christlich geprägten Widerstandes im Rheinland, gehörten nach dem Krieg zu den geistlichen Impulsgebern für die Gründung der CDU und schufen mit ihrer Zeitung und dem Walberberger Institut einen katholischen „Think tank“ für die „Bonner Republik“.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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