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Intrinsisch schlecht wird nie gut

Wer Leihmutterschaft „verantwortungsethisch“ regeln will, wie der ehemalige Ethikratsvorsitzende Peter Dabrock, verkennt: Die Praxis bleibt ein intrinsisches Übel.
Debatte um Leihmutterschaft
Foto: IMAGO / Eibner | Ja, es gibt unterschiedlich schlimme Formen der Leihmutterschaft – aber keine davon ist in sich gut.
Niemand würde heutzutage in unseren Gefilden auf die Idee kommen, Sklaverei als gut oder unter bestimmten Umständen vertretbar zu bezeichnen, wenn die Sklaven in wohlwollenden Haushalten nett behandelt würden. Schließlich verletzt Sklaverei die unveräußerliche Würde und Selbstbestimmung des Menschen grundlegend. Sie ist das, was man in der Ethik als „intrinsisches Übel“ bezeichnet: Handlungen, die aus sich selbst heraus und ohne jede Ausnahme moralisch falsch sind – also unabhängig von Umständen, Absichten oder Folgen.
 
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In der aktuellen Debatte um Leihmutterschaft kommt dieser Aspekt jedoch oft zu kurz – stattdessen wird über mögliche Folgen diskutiert. Der evangelische Theologe Peter Dabrock will das Thema „verantwortungsethisch“ in den Griff bekommen. Er verweist auf „Langzeitstudien“ und schreibt: „Lange galt die Annahme, die Aufspaltung genetischer, austragender und sozialer Elternschaft müsse zwangsläufig zu Identitätsproblemen oder Bindungsstörungen führen. Der gegenwärtige Forschungsstand bestätigt diese Vermutung jedoch nicht.“

Menschenhandel, der gegen die Menschenwürde verstößt

In Wirklichkeit ist die Studienlage zu den psychischen Folgen für Kinder äußerst dünn. Die einzige Langzeitstudie hierzu begann 2000 mit 42 Familien; 2014 waren es nur noch 28. Lediglich 22 Jugendliche wurden darin selbst befragt. Belastbare Aussagen sind aus einer so geringen Anzahl an Probanden kaum abzuleiten. 
 
Aber das ist, wie gesagt, nicht entscheidend. Ausschlaggebend ist, was die Leihmutterschaft im Wesentlichen ist: Ein Kind wird vor seiner Zeugung zum Vertragsgegenstand und – selbst bei einer sogenannten altruistischen Leihmutterschaft – nach der Geburt gegen eine zuvor vereinbarte finanzielle Leistung ausgehändigt. Nichts anderes. Deshalb ist Leihmutterschaft – wie Sklaverei – Menschenhandel und verstößt gegen die Menschenwürde. Ja, Leihmutterschaft kann unterschiedlich schlimme Folgen haben – aber sie ist immer in sich schlecht.

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Sina Alsayed Leihmutterschaft Menschenwürde

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