Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung München

Holetschek fordert umfassende Pflegereform

Bayerns Gesundheitsminister fordert im Gespräch mit der Tagespost, das System Pflege auf den Prüfstand zu stellen. Korrekturen und Ergänzungen reichten nicht mehr aus.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) | Wichtig sei auch „den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen“, meint der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek.

Deutschland braucht nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister, Klaus Holetschek (CSU), noch in diesem Jahr eine „größere Pflegereform, die Strukturen und Finanzierung auf neue Füße stellt und die mit verbindlichen Meilensteinen einhergeht“. Korrekturen und Ergänzungen am bestehenden System reichten nicht mehr aus, betont Holetschek im Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. Erforderlich sei „eine konsequente Ausrichtung des Systems an den Pflegebedürftigen und den Pflegenden“. Auch müsse das System „flexibler, einfacher, anwendungsfreundlicher und vor allem generationengerecht werden“.

Pflegeberuf muss attraktiver gemacht werden

Holetschek vertritt die Auffassung, „maßgebliche Entscheidungen über erforderliche Versorgungsstrukturen“ könnten „nur vor Ort gemeinsam von Kommunen, Leistungserbringern und Leistungsträgern getroffen werden“. Daher müsse „den Kommunen ermöglicht werden, steuernd in die Versorgungslandschaft eingreifen zu können.“ Dabei dürften „Renditeerwartungen nicht zu niedriger Pflegequalität führen“ oder „Gewinn zu Lasten von Gesundheit und Schutz der Pflegebedürftigen gehen“.

Lesen Sie auch:

Wichtig sei auch „den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen“. Dazu gehörten „gute Wiedereinstiegsprogramme“ sowie eine Verbesserung der „Planbarkeit“ der Arbeit von Pflegekräften, etwa durch die Schaffung von „Springer-Pools, die bei Personalausfällen zur Verfügung stehen“. Die Zunahme von „Steuerungsaufgaben und teilweise hochkomplexe Pflegesituationen“ erforderten zudem „einen steigenden Anteil hochschulisch ausgebildeter Pflegefachkräfte“.

Stärker in den Blick genommen werden müssen nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministers auch „pflegende Angehörige“, die „jeden Tag Großes“ leisteten. Ihnen müsse die Möglichkeit gegebenen, werden mit finanzieller Unterstützung einige Monate aus dem Beruf aussteigen zu können. Angehörige die „Familienmitglieder bei der Finanzierung der pflegerischen Versorgung“ unterstützten, sollten die Kosten „von der Steuer absetzen können“.  DT/reh

Das vollständige Interview, in welchem sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek im Gespräch mit Tagespost-Bioethik-Korrespondent Stefan Rehder auch zur einrichtungsbezogenen und der allgemeinen Impfplicht äußert, finden Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Meldung CSU Die Tagespost Klaus Holetschek

Weitere Artikel

Nach der Pflegereform ist vor der Pflegereform: Problematisch daran sei ein Grundfehler, der sich wie ein roter Faden durchzieht, schreibt die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka.
09.10.2026, 21 Uhr
Ulrike Kostka
Während die AfD von Erfolg zu Erfolg marschiert, sucht die Union nach Führung. Ein politisch-musikalisches Feuilleton.
18.09.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker
Gespalten: Die Reaktionen auf den Rücktritt von Jens Spahn vom Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fallen höchst unterschiedlich aus.
18.07.2026, 17 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Vier Tage nach seiner Operation wird Leo XIV. wieder aus der Klinik entlassen. Und tritt am Sonntag beim Angelus in Erscheinung. Für die Lateinamerika-Reise geben Ärzte grünes Licht.
19.10.2026, 08 Uhr
Sabine Kleyboldt
Zehn Jahre „Amoris laetitia“: Der DBK-Vorsitzende lobt die „hohe Kunst des Zuhörens“ beim Treffen in Rom und nimmt die Erkenntnis mit, dass sich die Kirche weiterentwickelt.
16.10.2026, 11 Uhr
Meldung
Prüfstein für die Strukturreformen im Bistum Eichstätt: In der Oberpfälzer Stadt entsteht ein neuer Pastoralraum.
19.10.2026, 13 Uhr
Henry C. Brinker
Spricht sich Jesus gegen die Steuer für den Kaiser aus, droht ihm die Todesstrafe. Noch heute gewichtet die Kirche politische und gesellschaftliche Fragen oft zu hoch.
17.10.2026, 21 Uhr
Lothar Wehr