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Holetschek fordert umfassende Pflegereform

Bayerns Gesundheitsminister fordert im Gespräch mit der Tagespost, das System Pflege auf den Prüfstand zu stellen. Korrekturen und Ergänzungen reichten nicht mehr aus.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) | Wichtig sei auch „den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen“, meint der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek.

Deutschland braucht nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister, Klaus Holetschek (CSU), noch in diesem Jahr eine „größere Pflegereform, die Strukturen und Finanzierung auf neue Füße stellt und die mit verbindlichen Meilensteinen einhergeht“. Korrekturen und Ergänzungen am bestehenden System reichten nicht mehr aus, betont Holetschek im Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“. Erforderlich sei „eine konsequente Ausrichtung des Systems an den Pflegebedürftigen und den Pflegenden“. Auch müsse das System „flexibler, einfacher, anwendungsfreundlicher und vor allem generationengerecht werden“.

Pflegeberuf muss attraktiver gemacht werden

Holetschek vertritt die Auffassung, „maßgebliche Entscheidungen über erforderliche Versorgungsstrukturen“ könnten „nur vor Ort gemeinsam von Kommunen, Leistungserbringern und Leistungsträgern getroffen werden“. Daher müsse „den Kommunen ermöglicht werden, steuernd in die Versorgungslandschaft eingreifen zu können.“ Dabei dürften „Renditeerwartungen nicht zu niedriger Pflegequalität führen“ oder „Gewinn zu Lasten von Gesundheit und Schutz der Pflegebedürftigen gehen“.

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Wichtig sei auch „den Pflegeberuf insgesamt attraktiver zu machen“. Dazu gehörten „gute Wiedereinstiegsprogramme“ sowie eine Verbesserung der „Planbarkeit“ der Arbeit von Pflegekräften, etwa durch die Schaffung von „Springer-Pools, die bei Personalausfällen zur Verfügung stehen“. Die Zunahme von „Steuerungsaufgaben und teilweise hochkomplexe Pflegesituationen“ erforderten zudem „einen steigenden Anteil hochschulisch ausgebildeter Pflegefachkräfte“.

Stärker in den Blick genommen werden müssen nach Ansicht des bayerischen Gesundheitsministers auch „pflegende Angehörige“, die „jeden Tag Großes“ leisteten. Ihnen müsse die Möglichkeit gegebenen, werden mit finanzieller Unterstützung einige Monate aus dem Beruf aussteigen zu können. Angehörige die „Familienmitglieder bei der Finanzierung der pflegerischen Versorgung“ unterstützten, sollten die Kosten „von der Steuer absetzen können“.  DT/reh

Das vollständige Interview, in welchem sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek im Gespräch mit Tagespost-Bioethik-Korrespondent Stefan Rehder auch zur einrichtungsbezogenen und der allgemeinen Impfplicht äußert, finden Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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