Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach gewaltsamer Entführung

Haiti: Sechs Ordensschwestern wieder freigelassen

Angaben über eine potenziell geforderte Lösegeldzahlung macht das Erzbistum Port-au-Prince nicht.
Gläubige in einer Kirche in Petionville
Foto: Orlando Barría via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Die sechs Ordensschwestern sowie der Fahrer und eine Mitreisende waren am 19. Januar am helllichten Tag mitten in der Hauptstadt Port-au-Prince von bewaffneten Männern aus einem Kleinbus entführt worden.

Sechs in Haiti entführte katholische Ordensfrauen sind am Mittwoch freigekommen. Wie ein Sprecher des Erzbistums Port-au-Prince laut Angaben der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ (KNA) bestätigte, seien die Schwestern der Kongregation der Heiligen Anna gemeinsam mit zwei weiteren verschleppten Personen nach fast einer Woche aus der Gefangenschaft entlassen worden. Lokalen Medienberichten zufolge hatten die Entführer ein Lösegeld von dreieinhalb Millionen US-Dollar gefordert.

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Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung des Bischofs von Anse-à-Veau-Miragoâne, Pierre-André Dumas, habe „dieses traumatische Ereignis“ den Glauben der Haitianer „erneut auf die Probe gestellt“, dieser bleibe aber „unerschütterlich. Wir haben zu Gott geschrien“: „Gott hat uns in unseren Prüfungen stark gemacht und unsere Gefangenen in die Freiheit zurückgebracht“, bemerkte er. Am Sonntag hatte Papst Franziskus nach seinem Mittagsgebet die sofortige Freilassung der Entführten gefordert. Er rief dazu auf, die ausufernde Gewalt zu beenden, die Leid über die Bevölkerung Haitis bringe.

Eine Kette unaufhörlicher Gebete

Nähere Angaben zu einer möglichen Lösegeldzahlung machte das Erzbistum Port-au-Prince laut KNA nicht. Auch den vatikanischen Medien wurde die Freilassung unabhängig durch den Metropolitan-Erzbischof der haitianischen Hauptstadt, Max Leroy Mésidor, bestätigt. Der Vorsitzende der haitianischen Bischofskonferenz brachte gegenüber „Vatican News“ seine Freude über die Freilassung zum Ausdruck.

Die Ordensschwestern sowie der Fahrer und eine Mitreisende waren am 19. Januar am helllichten Tag mitten in der Hauptstadt Port-au-Prince von bewaffneten Männern aus einem Kleinbus entführt worden. Die Entführung sei, so Dumas, Teil einer Episode von Gewaltakten krimineller Banden, die das Gesicht des Landes verwunden. Laut „Vatican News“ seien durch die ausufernde Gewalt in Haiti ganze Viertel der Hauptstadt abgeriegelt. Bandenkämpfe auf offener Straße würden zahlreiche Menschenleben fordern. Landesweit komme es seit dem Mord an Präsident Jovenel Moise im Jahr 2021 zu Demonstrationen gegen die Regierung. DT/jmo

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