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Guterres: „Wir brauchen einen gerechten Frieden für die Ukraine“

Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz dominieren die Kriege in der Ukraine und in Nahost. US-Vizepräsidentin Harris betont die Beistandspflicht der NATO.
Guterres beklagte die ungleiche Verteilung von Macht auf der Erde bei
Foto: Tobias Hase (dpa) | UN-Generalsekretär Guterres beklagte die ungleiche Verteilung von Macht auf der Erde. Doch die Machtstrukturen dürften nicht bedeuten, dass die Weltgesellschaft vor den Fragen der Zeit kapituliere.

In der Münchner Innenstadt wird zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) nahe des Hotels Bayerischer Hof demonstriert: Palästinensische Pro- und Anti-Akteure, Iran-Gegner, ein buntes Spektrum. Vor der Nobelherberge fährt die amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris vor, auch der Ministerpräsident des Freistaats Bayern, Markus Söder, kommt an. Als „oberster“ Hausherr der Konferenz schenken die Medien ihm besondere Aufmerksamkeit. Unter den zahlreichen Gästen ist auch Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising. 

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Ungewöhnlich dann die Eröffnung der Konferenz mit einem Musikstück von Fanny Hensel-Mendelsohn. Drei Musiker israelischer und palästinensischer Herkunft spielen mit Michael Barenboim, ein Novum in der Geschichte der Konferenz. „Da ist immer ein Silberstreif am Horizont“, sagt Heusgen zu der Musik.

Guterres mahnt zu "Herrschaft des Rechts"

In seiner Eröffnungsrede umreißt der Chef der MSC, Botschafter Christoph Heusgen, die Ziele des Zusammenkommens: Seit sechs Jahrzehnten sei das Treffen immer neu eine Plattform für Frieden und Dialog.  

Als erster Redner sprach der UN-Generalsekretär António Guterres: Er beklagte die ungleiche Verteilung von Macht auf der Erde. Doch die Machtstrukturen dürften nicht bedeuten, dass die Weltgesellschaft vor den Fragen der Zeit kapituliere. „Es darf nicht sein, dass die „Herrschaft des Rechts“ keine Priorität behält. „Wir suchen nach dem Silberstreif“, nahm er das Wort Heusgens auf. Guterres sprach aber auch klare Worte zum Krieg in der Ukraine: „Wir brauchen einen gerechten Frieden für die Ukraine“, appellierte er an die Politikerinnen und Politiker. Die Parteien müssten auch in Israel und Palästina an den Verhandlungstisch.  „Lassen Sie uns dieses Werk gemeinsam beginnen.“

In einer Grundsatzrede versicherte dann die US-Vizepräsidentin Harris den Beistand der USA in den aktuellen Kriegskonflikten. Zur von Donald Trump infrage gestellten Beistandspflicht der NATO sagte die ganz in schwarz gekleidete Politikerin: Das nordatlantische Verteidigungsbündnis sei „ein Kern unserer nationalen Sicherheit. Ein Anschlag auf einen, ist ein Anschlag auf alle Mitglieder.“  Am Ende ihres Beitrags erneuerte sie die Beistandszusage der USA: „Seien Sie sicher, das amerikanische Volk wird dafür einstehen, und wir werden die Führungsrolle übernehmen.“

Nawalny-Ehefrau tritt kurzfristig auf

In einem kurzen Appell sprach im Anschluss die Ehefrau des im Straflager verstorbenen Regimekritikers Alexei Nawalny, Julija Nawalnaja: „Ich möchte die internationale Gemeinschaft aufrufen, gegen das Regime zu kämpfen, das heute in Russland herrscht.“ Sie war kurzfristig anlässlich einer Reise nach dem überraschenden Tod ihres Mannes zur Konferenz gekommen. Nach ihrem Aufruf erhoben sich die Teilnehmenden von ihren Plätzen und applaudierten für ihre gezeigte Courage und klaren Worte.   

Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ist ein internationales Forum des Austauschs von internationalen Problemanzeigen und Meinungen, das 2024 sein 60-jähriges Bestehen feiert. Politiker und Politikerinnen sowie Experten aus aller Welt diskutieren in München geopolitische und ökonomische Zeitansagen, Fragen der militärischen Verteidigung und Rüstung angesichts mehrerer Konfliktzonen. Der russische Krieg gegen die Ukraine und der Krieg in Gaza beherrscht aktuell viele der Panels. Ziel des Meinungsaustausch ist: Wie kann eine offene und regelbasierte internationale Ordnung in noch mehr Staaten unterstützt werden und wie gelingt es, dass nicht alle Staaten und damit jedermann angesichts von Gewalt und Krieg nur verlieren.


Von Freitag bis Sonntag findet die Münchner Sicherheitskonferenz statt. "Die Tagespost" ist vor Ort vertreten und berichtet in den kommenden Tagen regelmäßig.

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