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Münchner Slalom

Trump Buh, China Juhuu? Auf der Münchner Sicherheitskonferenz wurde der chinesische Außenminister von MSC-Chef Wolfgang Ischinger äußerst diplomatisch interviewt. Peinlich.
Feuilletonredakteur Henry C. Brinker, Wang Yi, Friedrich Merz
Foto: DT / IMAGO / Xinhua | Handshake mit dem chinesischen Außenminister: auch bei Friedrich Merz ist derzeit eher Donald Trump der Buhmann.

Die Münchner Sicherheitskonferenz: Seit es sie gibt, ist das Danach noch mehr ein Davor. Alle suchen nach kleinen Zeichen und sich vorsichtig andeutenden Lösungen. Zum chinesischen Jahr des Feuerpferdes mahnte Chinas Außenminister an, die Beziehungen der Staaten untereinander auszubauen und der UNO die alte Führungsrolle einzuräumen. Wang Yi, der weltmännisch-verbindlich auftretende Chefdiplomat aus dem Reich der Mitte, wörtlich: „Multilateralismus sollte immer gefördert und gestärkt werden. Es darf nicht passieren, dass einige Länder andere dominieren.“ Es gebe „kein Recht, die Vereinten Nationen zu zerstören.“ Nicht namentlich angesprochen, aber gemeint: Donald Trump. Dem abwesenden amerikanischen Präsidenten war bei der Tagung von vielen Seiten die Rolle des Bösewichts zugewiesen worden. Und zwar nicht im Boulevard-Theater der „Komödie im Bayerischen Hof“, sondern in echt. Aber sollte Chinas Führung, im Auftreten deutlich bedächtiger als der Poltergeist aus dem Weißen Haus, nicht ebenfalls kritisch auf das Drama ihrer politischen Praxis hinterfragt werden?

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Konferenz-Chef Wolfgang Ischinger beging den schweren Fehler, Journalist zu spielen, und interviewte selbst den chinesischen Außenminister. Sein Fragespiel glich einer olympischen Slalompiste. Diplomatisch kunstvoll wedelte Ischinger um alle kniffligen Fragen herum und diente sich dem Chinesen als harmloser Stichwortgeber an. Militärische Drohmanöver, die Taiwan-Frage oder der Streit mit dem Nachbarn Japan und die möglichen Folgen: für Ischinger alles kein Thema. Hier hätte Wang Yi ins Kreuzverhör genommen werden müssen, statt dass ihm peinliche Gefälligkeitsfragen serviert werden. China gibt sich auf internationalem Parkett respektvoll und betont doch selbstbewusst, dass es in seinem Einflussbereich keine Kriege gebe, während es woanders drunter und drüber gehe. Dem kann man zwar kaum widersprechen, doch das Modell China mit Unfreiheit und Hegemonialstreben ist kein Vorbild. Bundeskanzler Friedrich Merz sollte das bei seiner anstehenden China-Visite klar zum Ausdruck bringen. Gegenüber Amerika tut sich der deutsche Regierungschef mit Kritik momentan deutlich leichter.

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