Königstein im Taunus

Gewalt gegen kirchliche Mitarbeiter nimmt zu

„Kirche in Not“ zeigt sich besorgt: Immer häufiger würden kirchliche Mitarbeiter gezielt Opfer von Gewalttaten.
Beisetzung eines ermordeten Priesters in Burkina Faso
Foto: Kirche in Not | Meldungen über Entführungen, Gewalt gegen und Morde an Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern erhielt Kirche in Not im vergangenen Jahr aus zahlreichen Ländern in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa.

Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“  (ACN) ist besorgt über die zunehmende Gewalt gegen kirchliche Mitarbeiter. Wie Thomas Heine-Geldern, der Präsident von ACN am Sitz der internationalen Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus berichtet, werden „kirchliche Mitarbeiter oft gezielt Opfer von Gewalt.“

Die Stimme der Kirche zum Schweigen bringen

Neben finanziellen Motiven wie der Erpressung von Lösegeld nach Entführungen wollten die Angreifer „manchmal … die Stimme der Kirche, die Ungerechtigkeit und Gewalt anprangert, zum Schweigen bringen. Aber es gibt auch eine zunehmende Aggression, die ihren Ursprung in fehlender Religionsfreiheit hat.“, so Heine-Geldern. Vor allem Priester, Ordensleute und Missionare stehen weltweit im Fokus. 2021 wurden bislang 17 von ihnen ermordet und zwanzig entführt.

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Besonders beunruhigend ist die Lage in Nigeria, wo bislang zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet und sieben entführt wurden. In Mexiko wurden in diesem Jahr mindestens drei Priester und ein Katechet ermordet, darunter der Franziskaner-Pater Juan Antonio Orozco Alvardo, der auf dem Weg zur heiligen Messe in einem Dorf von rivalisierenden Banden getötet wurde.

Sie brauchen Gebet und Unterstützung

Meldungen über Entführungen, Gewalt gegen und Morde an Priestern, Ordensleuten und pastoralen Mitarbeitern erhielt Kirche in Not im vergangenen Jahr aus zahlreichen Ländern in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa, darunter aus Venezuela. Peru, Haiti, den Philippinen, Angola, Burkina Faso, Mali und Frankreich, wo der Ordensmann Olivier Maire von einem Mann getötet wurde, der auf seinen Prozess wegen mutmaßlicher Brandstiftung in der Kathedrale von Nantes wartete.

„Priester, Ordensleute und Missionare geraten in die Schusslinie wegen ihrer Hingabe und ihrem Dienst am Nächsten“, erklärte Heine-Geldern. „In vielen Ländern bleiben sie auch dann vor Ort, wenn die Sicherheitslage prekär ist und alle fliehen. Sie brauchen unser Gebet und unsere Unterstützung mehr denn je.“ 

Am Mittwoch, den 24. November, wird Kirche in Not mit der Aktion „Redwednesday“ auf das Schicksal der verfolgten Christen hinweisen. Dabei werden zahlreiche Kirchen und öffentliche Gebäude in blutrotes Licht getaucht. In Deutschland beteiligen sich bislang über 70 Pfarreien an der Aktion.  DT/bst

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