Wien

Starker Anstieg der Hassverbrechen gegen Christen

Hassverbrechen gegen Christen sind seit 2019 um 70 Prozent gestiegen, wie aus einem aktuellen OSZE-Bericht hervorgeht. Damit sind Christen die am meisten gefährdete Gruppe.
Christenverfolgung: „Verfolgung mit Samthandschuhen“
Foto: M. Kugler | Der OSZE-Bericht spiegelt laut Enzlberger „nur einen Teil dieses von uns seit Jahren dokumentierten Trends wider und ist doch ein lauter Weckruf gegen Gleichgültigkeit und modisches Christen-Bashing."

Der Tag für Toleranz, der jährlich am 16. November veranstaltet wird, verbindet sich seit einigen Jahren mit der Veröffentlichung des Berichts der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über die in den vergangenen zwölf Monaten begangenen Hassverbrechen. Aus dem diesjährigen Bericht geht hervor, dass Hassverbrechen gegen Christen seit 2019 um 70 Prozent gestiegen sind.

25 Prozent der Hassverbrechen gegen Christen

Der Bericht basiert auf deskriptiven Daten von zivilgesellschaftlichen und internationalen Organisationen und Regierungsstatistiken einiger ihrer Mitgliedsstaaten. Weitere Daten werden durch die Beobachtungsstelle der Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) beigesteuert, die seit einigen Jahren eng mit der OSZE zusammenarbeitet.

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Mit 980 von 4008 in dem Bericht enthaltenen deskriptiven Fällen liegt der Anteil der Hassverbrechen gegen Christen inzwischen bei 25 Prozent und damit höher als die gegen alle anderen religiösen Gruppen. Es wird vermutet, dass der tatsächliche Anteil der Hassverbrechen noch deutlich höher liegt, da nicht alle diese Vorfälle gemeldet werden. Dies liegt auch daran, dass der Hass auf Christen, „medial und politisch … als ein immer offensichtlicheres gesellschaftliches Problem kaum wahrgenommen wird“, wie Madeleine Enzberger von der in Wien ansässigen Beobachtungsstelle der Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC) sagt.

Der OSZE-Bericht spiegelt laut Enzlberger „nur einen Teil dieses von uns seit Jahren dokumentierten Trends wider und ist doch ein lauter Weckruf gegen Gleichgültigkeit und modisches Christen-Bashing.“ OIDAC wird am 7.Dezember 2021 einen Studienbericht veröffentlichen, der die Situation der Christen in den fünf am meisten von Hassverbrechen gegen Christen darstellt.

Nur ein kleiner Teil der Wirklichkeit

Die weiteren Daten des OSZE-Berichts betreffen Hassverbrechen aufgrund von Rassismus und Xenophobie, die von 24 Staaten gemeldet wurden. 20 Staaten meldeten Angriffe auf LGTB-Gruppen, 16 antisemitische Hassverbrechen, 14 Angriffe auf Muslime.

Angesichts der von OIDAC erhobenen und der OSZE zugeleiteten Daten ist deutlich, dass die von 11 Staaten gemeldeten Hassverbrechen gegen Christen wahrscheinlich nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit abbilden. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass nur acht der 136 zivilgesellschaftlichen Organisationen, die deskriptive Daten für den Bericht der OSZE vorgelegt haben, konstant über Vorfälle gegen Christen berichten.  DT/bst

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