Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung STRASSBURG

Europa ist parteiübergreifend für die Ukraine

Vier große Fraktionen des Europäischen Parlaments wollen die Ukrainer mit dem Sacharow-Preis ehren.
Ukrainischer Präsident Selenskyj
Foto: IMAGO/Adrien Fillon (www.imago-images.de) | Vier Fraktionen im Europäischen Parlament wollen mit dem Sacharow-Preis „das tapfere ukrainische Volk, vertreten durch Präsident Wolodymyr Selenskyj“ ehren.

Der nach dem russischen Physiker, Friedensnobelpreisträger, Dissidenten und Friedensaktivisten Andrej Sacharow (1921-1989) benannte Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments dürfte heuer an die Ukrainer gehen. Vier große Fraktionen schlugen das ukrainische Volk beziehungsweise seinen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für diese Auszeichnung vor, die einmal jährlich „für geistige Freiheit“ verliehen wird. Am 20. Oktober fällt die finale Entscheidung über die Ehrung, die am 14. Dezember in Straßburg vorgenommen werden wird.

Lesen Sie auch:

Die christdemokratische EVP-Fraktion will mit dem Sacharow-Preis „das tapfere ukrainische Volk, vertreten durch Präsident Wolodymyr Selenskyj“ ehren und begründet dies damit, dass dieses Volk „jeden Tag auf den Schlachtfeldern für Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und europäische Werte“ kämpfe. Die sozialdemokratische S&D-Fraktion und die liberale Fraktion „Renew Europe“ wollen „die Menschen in der Ukraine“ ehren und denken dabei an Vertreter zivilgesellschaftlicher Initiativen sowie staatlicher und öffentlicher Institutionen. Die konservative EKR-Fraktion will Präsident Selenskyj für seine Tapferkeit, Ausdauer und Hingabe an sein Volk auszeichnen.

Im Vorjahr erhielt der inhaftierte russische Anti-Korruptions-Aktivist, Oppositionelle und Putin-Kritiker Alexej Nawalny den Sacharow-Preis, den seine Tochter in Straßburg für ihn entgegennahm. 2020 ging der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments an die demokratische Opposition in Belarus. Der allererste Preisträger war im Jahr 1988 der südafrikanische Staatsmann Nelson Mandela.
DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Alexej Nawalny CDU Nelson Mandela Wolodymyr Selenskyj

Weitere Artikel

Kirche

Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier