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Die Pervertierung des Arztberufs

Darum gehört die Ampelregierung vom Hof gejagt.
Vorstoß Abtreibungen im Medizinstudium
Foto: David Munoz via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Unrecognizable crop doctor in latex glove demonstrating syringe with drug on black background in studio Copyright: xDavidxMunozx

Es ist eigentlich nicht zu fassen. Da plant die Ampelregierung doch allen Ernstes, die Vornahme vorgeburtlicher Kindstötungen zum verpflichtenden Gegenstand des Medizinstudiums zu machen und in den Rang eines Lernziels zu erheben. Nicht für zukünftige Gynäkologen wohlgemerkt, sondern für alle Studierenden. Angeblich gelte es, die Versorgungssicherheit von „Schwangerschaftsabbrüchen“ zu gewährleisten. Angesichts der seit sechs Quartalen in Folge steigenden Abtreibungszahlen und des wachsenden Engagements, das Abtreibungen durchführende Mediziner gleichwohl in den Medien und sozialen Netzwerken entfalten, ist das wenig glaubwürdig.

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Mit dem „Bundesverband Lebensrecht“ (BVL), der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA) und den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) haben gleich drei Lebensschutzorganisation postwendend Kritik an dem Vorhaben der Bundesregierung geübt und dieses als Angriff auf die Gewissensfreiheit gewertet sowie auf die negativen Folgen für das Arzt-Patient-Verhältnis hingewiesen. Und in der Tat: Gut möglich, dass eine Frau, die angesichts einer ungewollten Schwangerschaft zu verzweifeln droht, erst einmal erleichtert ist, wenn sie auf einen „Problemlöser“ trifft, der fraglos ausführt, was von ihm verlangt wird.

Ärzte, die töten, diskreditieren den Berufsstand

Und doch gilt: Vertrauen in die Medizin oder die Ärzteschaft generieren solche Auftragskiller nicht. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Denn einer Profession, die keine Probleme damit hat, wehrlose und unschuldige Patienten zu töten, wird – ob zu Recht oder Unrecht kann hier dahin gestellt bleiben – auch alles andere zugetraut, wie nicht zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt hat. Ärzte, die töten, diskreditieren den gesamten Berufsstand.

Eine Regierung, die verlangt, dass jene, die einen Heilberuf ergreifen wollen, verpflichtend erlernen, wie man tötet, pervertiert nicht bloß den Arztberuf. Von ihr geht mittelbar auch Gefahr für Leib und Leben eines jeden aus. Denn wenn der Staat es heute als seine Aufgabe betrachtet, ungewollt schwangere Frauen von wehrlosen und unschuldigen Kindern „zu befreien“, warum soll er es morgen nicht für seine Pflicht erachten, die erwerbstätige Bevölkerung durch „Erlösung“ der Kranken und Pflegebedürftigen zu entlasten.

Vorgelebte Entsolidarisierung

Zu Recht wird heute vielfach eine Entsolidarisierung der Gesellschaft beobachtet und beklagt. Doch was bisher kaum thematisiert wird, ist, dass eben genau diese Entsolidarisierung den Bürgerinnen und Bürgern von der von ihnen gewählten Regierung aus ideologischen Gründen vorgelebt wird. Bei der Bundeswahl 2025 gehört sie daher vom Hof gejagt.

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Themen & Autoren
Stefan Rehder Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. Bundesverband Lebensrecht Christdemokraten für das Leben Kindstötung Lebensschutz Schwangerschaftsabbruch

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