August 2018: J.D. Vance fühlt sich immer mehr zum katholischen Glauben hingezogen, doch er hat die Zweifel der vergangenen Jahre noch nicht überwunden. Insbesondere die schweren Fälle sexuellen Missbrauchs, die in jenem Jahr die US-Kirche erschüttern, schrecken ihn ab. Auf einer Europareise mit seiner Frau Usha und dem kleinen Sohn dann eine Art religiöses Offenbarungserlebnis: In einer menschenleeren Kathedrale im französischen Burgund überfällt ihn ein Gefühl der Zugehörigkeit, der Hoffnung: „Diese Kirche in einem fremden Land, meine Familie und ich die einzigen Besucher, fühlte sich an, als würde sie mir gehören. Ich schuldete ihr etwas, wie auch sie mir etwas schuldete.“ Die Schlagzeilen mochten noch so negativ sein und das Christentum vielerorts im Rückzug begriffen: „Wenn die Titanic untergeht, möchte ich lieber an Bord sein, als auf ein Rettungsboot abspringen.“ Daraufhin fasste er den Entschluss, sich erstmals taufen zu lassen.
Vance schildert die Szene in seinem neuen Buch „Communion: Finding My Way Back to Faith“. Das mit Spannung erwartete Werk des US-Vizepräsidenten, das bislang nur auf Englisch vorliegt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Als religiös geprägte Autobiografie erzählt es die Konversionsgeschichte von Amerikas Nummer Zwei. Gleichzeitig ist „Communion“ auch ein politisches Manifest. Ein Buch, das einige neue Puzzleteile zum Gesamtbild eines Politikers beisteuert, der schon bald nach Höherem streben könnte. Denn Vance gilt als potenzieller Kandidat für die Nachfolge Donald Trumps.
Politische und religiöse Konversion untrennbar verbunden
Vance‘ Buch passt einerseits gut in die Zeit: Mit Leo XIV. sitzt seit einem Jahr ein Amerikaner auf dem Papstthron, der in seinem Heimatland deutlich beliebter ist als sein Vorgänger Franziskus. Zudem wächst in den Vereinigten Staaten das Interesse am katholischen Glauben: Vor allem junge Erwachsene lassen sich taufen – auch wenn der Trend den Mitgliederverlust noch nicht umkehren kann. Andererseits nahmen die kritischen Stimmen an der Trump-Regierung im konservativ-christlichen US-Milieu zuletzt zu. Vance‘ Buch bedient also ein gewachsenes Interesse am Katholizismus, kann aber auch als Botschaft an die nicht mehr ausnahmslos zufriedene Kernwählerschaft verstanden werden: Schaut her, wir denken doch immer noch gleich.
Als J.D. Vance erstmals öffentliche Bekanntheit erlangte, dachte er allerdings noch nicht so, wie das damals noch junge MAGA-Lager. In seinem 2016 erschienenen autobiografischen Bestseller „Hillbilly Elegy“, einer prägnanten Milieustudie der abgehängten Arbeiterschaft des amerikanischen Rostgürtels, porträtierte sich Vance als konservativer Trump-Kritiker. Seitdem hat der heute 41-jährige Vance eine politische Bekehrung hingelegt. Spätestens seit seiner erfolgreichen Senatskandidatur für den Bundesstaat Ohio 2022 gilt er als prominenter Vertreter des Trump-Lagers. Über den politischen Sinneswandel ist in den vergangenen Jahren viel geschrieben worden. Kritiker haben Vance Opportunismus vorgeworfen. Der US-Vizepräsident spricht dies in „Communion“ auch offen an: Für seine Kritiker sei die politische Konversion ein „zynisches Manöver“ gewesen, um politische Macht zu erlangen. „Ich bezweifle, dass ich ihre Ansicht je ändern werde.“

Lange hält sich Vance mit seiner Hinwendung zu Trump jedoch nicht auf: Trump habe ihn mit einer erfolgreichen ersten Amtszeit eines Besseren belehrt, betont er – und verweist auf seine früheren Erklärungen, wonach vor Trump niemand die politischen Fehler der Phase nach dem Ende des Kalten Krieges, insbesondere der Ära George W. Bushs, aufgearbeitet habe. Die politische Konversion ist dabei untrennbar verbunden mit der spirituellen: „Meine politische Evolution war die logische Folge des wesentlich grundsätzlicheren Wandels meiner Weltsicht“, schreibt Vance. Er habe allmählich festgestellt, dass „unsere elitären Institutionen intellektuell und spirituell kaputt waren. War es da eine so große Überraschung, dass ich schließlich auch deren politische Ausrichtung ablehnen würde?“
Von Ayn Rand über Peter Thiel zur René Girard
Was Vance in „Communion“ über seine wechselvolle geistliche Prägung schreibt, ist nicht völlig neu. 2020 hatte er darüber schon einmal in einem längeren Aufsatz für das katholische Magazin „The Lamp“ reflektiert. Ausführliche Passagen des Essays mit dem Titel „How I joined the Resistance“ finden sich auch in seinem neuen Buch wieder. Vance holt darin mit seiner Konversionsgeschichte weit aus: Während seiner Jugend im ländlichen Ohio und Kentucky hatte Vance immer wieder Berührungspunkte zu unterschiedlichen protestantischen Konfessionen, jedoch ohne enge Bindung an eine konkrete Kirche. Regelmäßige Gottesdienstbesuche standen nicht auf der Tagesordnung. Sein spiritueller Anker war die Großmutter, von Vance „Mamaw“ genannt, die dem ein oder anderen noch aus „Hillbilly Elegy“ bekannt sein dürfte.
Mit dem Tod der Großmutter verschwand dieser Anker. Und eine zunehmende geistliche Entfremdung setzte ein. Vance bemängelt, dass sich die christlichen Gemeinschaften mehr für Kulturkampfthemen interessierten, anstatt sich mit den realen Sorgen und Nöten der Menschen in seinem Umfeld zu beschäftigen: Armut, Drogenabhängigkeit, Alkoholismus. Während seines Militärdienstes im Irak verlor er völlig die Bindung zu den christlichen Wurzeln seiner Jugend und wurde zum Atheisten.
Auf dem College in Ohio bestätigte und verstärkte die Campus-Kultur den Wertewandel. Trinken, feiern, Mädchen treffen: So beschreibt Vance den Sinn des Daseins in dieser Zeit. Prägend für sein neues Weltbild war die unter jungen Männern der politischen Rechten damals gefeierte Schriftstellerin Ayn Rand. Noch heute wird sie von Libertären als Ikone verehrt. Auch Vance fand mit Mitte 20 in Rands nihilistischem, bindungslosem Hyper-Individualismus, der allein auf den persönlichen Erfolg ausgerichtet ist, einen philosophischen Überbau für seine Lebenseinstellung.
An der Eliteuniversität Yale geriet Vance zunächst immer tiefer in die Maschinerie der Leistungsgesellschaft. Sein Antrieb: der schlichte Gedanke, etwas zu erreichen. Er folgte keinen Idealen, strebte kein höheres Ziel an, sondern wollte einfach den gesellschaftlichen Wettbewerb gewinnen: um gute Jobs, Geld und vor allem Prestige. Die anderen in seinem Umfeld machten es ja genauso. In dieser rückblickenden Selbstkritik wird der Einfluss des französischen Philosophen René Girard und dessen Theorie vom mimetischen Begehren auf Vance erkennbar: Verkürzt formuliert besagt diese, der Mensch begehre, was andere begehren – aber nicht aus einem individuellen Antrieb, sondern nur aus dem Drang heraus, die Wünsche anderer nachzuahmen, sie gar zu übertrumpfen. Auf Girard aufmerksam machte Vance übrigens der Tech-Investor Peter Thiel, der an der Universität Stanford bei dem Philosophen studiert hatte.
In Gottes Worten an den biblischen Hiob findet er Antworten
Manch einer hätte wohl gerne mehr über das Verhältnis zwischen Vance und dem umstrittenen Silicon-Valley-Guru Thiel erfahren. Vance hält sich dazu jedoch bedeckt. Er lässt nur durchklingen, dass der Austausch mit Thiel entscheidenden Einfluss darauf hatte, dass Vance erneut an einen geistigen Wendepunkt kam: Folgt man seinen Schilderungen in „Communion“, erkannte er allmählich die Bedeutungslosigkeit, die innere Leere seines Strebens. Dass Vance „die Tür zum Glauben wieder öffnete“, wie er es selbst formuliert, ist allerdings keinem singulären Ereignis zuzuschreiben, es war ein gradueller Prozess. Beschleunigt wurde dieser durch die Begegnung mit seiner späteren Ehefrau Usha in Yale. Die Kommilitonin mit indischen Wurzeln, die er kurz nach Abschluss des Studiums heiratete, wurde zu seinem neuen Anker. Durch sie änderte sich Vance‘ Leben maßgeblich: ein neues Umfeld, neue Freundschaften, neuer intellektueller Austausch. Usha brachte ihn dazu, sich mit anderen Fragen zu beschäftigen: Wie werde ich ein guter Ehemann? Wie ein guter Vater?
Auf der Suche nach einem spirituellen Fundament stellte Vance fest: Viele Menschen in seinem Umfeld, die Stabilität ausstrahlten, zufriedener mit sich selbst und ihrem Leben wirkten, waren Christen, manche sogar Katholiken. Mehr und mehr beschäftigte er sich in dieser Phase mit dem christlichen Glauben, mit den Kirchenvätern, kehrte zurück zu den biblischen Erzählungen, die ihn in der Jugend zwar schon beschäftigt, aber nie so richtig überzeugt hatten.
Auch wenn Vance in seinen frühen Dreißigern regelmäßig Gottesdienste besuchte, verschwanden die Zweifel nicht. Gezeichnet von der eigenen, entbehrungsreichen Kindheit und Jugend war es besonders die Frage, wie Gott Leid und Schmerz zulassen konnte, die Vance lange hadern ließ. In Gottes Worten an den biblischen Hiob wollte er schließlich eine Antwort gefunden haben. „Dieses Leid mag vielleicht nach deinen Plänen keinen Sinn ergeben, aber nach meinen Plänen ergibt es Sinn“, umschreibt Vance Gottes Erklärung – eine Erklärung, die er zwar „zutiefst unbefriedigend“ nennt, aber „unbefriedigend auf eine Art und Weise, wie Leben und Tod und jede aufrichtige Erzählung der Welt nun einmal sein müssen“.
Fasziniert von der „ jahrtausendealten Tradition" der katholischen Kirche
Die Geburt des ersten Kindes im Jahr 2017 nötigte Vance schließlich eine Entscheidung ab: In welcher Kirche sollten seine Sprösslinge denn nun aufwachsen, nach welcher christlichen Lehre wollte er sie erziehen? Dass er am Ende seine Heimat in der katholischen Kirche fand, schreibt Vance auch deren „kraftvoller“ historischer Kontinuität zu: „Dass die Kirche im wörtlichen Sinne auf eine jahrtausendealte Tradition bauen konnte, dass sie über lang etablierte Prozesse verfügte, ihre Lehre weiterzuentwickeln und an neue Realitäten anzupassen, gab mir das Gefühl, dass sie tief verwurzelt war.“ Auf das am Anfang erwähnte Offenbarungserlebnis im Burgund folgte ein Jahr der intensiven Vorbereitung auf die Taufe, ehe Vance 2019 in die katholische Kirche eintrat.
An dieser Stelle ist die Konversionsgeschichte eigentlich auserzählt. Doch Vance, der inzwischen als prominentester katholischer US-Politiker auch in der Tagespolitik regelmäßig, gelegentlich konfrontativ, mit seinem Glauben in Erscheinung tritt, schlägt auch im Buch noch ein paar Pflöcke ein, die zeigen sollen: Sein Glaube ist nicht nur reine Privatsache, er formt auch das politische Denken. Immer wieder schimmert dabei zwischen den Zeilen die postliberale Prägung des Vizepräsidenten durch. Zwar erwähnt Vance den Harvard-Professor und Vordenker des Postliberalismus, Patrick Deneen, nicht explizit. Dass Deneens Thesen, wonach der Liberalismus gescheitert sei und es eine grundlegend neue politische Ordnung brauche, Einfluss auf sein eigenes Denken haben, kann Vance aber kaum verbergen.
Ein Beispiel: Durch „Communion“ zieht sich wie ein roter Faden die Kritik an einer, wohlgemerkt parteiübergreifenden, politischen Elite, die den Bürger nur als ökonomisches Nutztier sieht, dessen höchster Daseinszweck es sei, immer mehr und immer länger zu arbeiten, um die von jeglicher Transzendenz befreite Kapitalismus-Maschinerie am Laufen zu halten. Und dabei den Mächtigen in Wirtschaft, Politik und Kultur ihre Pfründe zu sichern. Zwischenmenschliche Beziehungen, Partnerschaften und Familiengründungen fielen diesem System dagegen zum Opfer.
Was J.D. Vance an der katholischen Soziallehre schätzt
Wie Vance jenem Szenario ein Plädoyer für die Familie und gegen das Streben nach immer mehr Wirtschaftswachstum entgegenhält, klingt in der Argumentation durchaus schlüssig. Und auch der Brückenschlag zur katholischen Soziallehre und deren Begründer, Papst Leo XIII., für die Vance eine Schwäche offenbart, ist ein kluger Schachzug: So macht er sich auch für Katholiken anschlussfähig, denen die postliberale Strömung ansonsten etwas zu sehr nach „katholischer Revolution“ klingt. Vance erwähnt die von Leo XIII. Ende des 19. Jahrhunderts verfasste Enzyklika „Rerum novarum“ als Beispiel dafür, wie die katholische Kirche schon früh einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen geworfen und vor einer Wirtschaftsordnung gewarnt habe, in der der Mensch als Individuum zerrieben werde, anstatt sich als soziales Wesen in seinen unterschiedlichen Rollen entfalten zu können. Den Einwand, dass man der katholischen Soziallehre anhängen kann, ohne gleich den gesamten Nachkriegsliberalismus über Bord zu werfen, würde Vance sicher leidenschaftlich debattieren.
Es fällt zudem auf, dass Vance mehrere Erlebnisse schildert, die er als spirituell Suchender übernatürlich interpretierte. Damit verleiht er seiner Konversionsgeschichte dezent den Charakter der Vorsehung. Vance selbst spricht von „seltsamen kleinen Zufällen, die mich meine Aufmerksamkeit immer wieder auf Gott und den Mystiker in mir wenden ließen“. So erzählt er, wie er einmal mit einem konservativen katholischen Publizisten (es handelt sich um den „New-York-Times-Kolumnisten“ Ross Douthat) spätabends an einer Hotelbar diskutierte, in welchem Maß Kritik am amtierenden Papst, damals Franziskus, angemessen sei. Die eigene Position beschreibt Vance so: „Zu viele amerikanische Katholiken behandeln den Papst als politischen Akteur und sollten stattdessen einen respektvolleren Abstand zur Vatikanpolitik wahren.“ Sein Gesprächspartner habe dagegen die Auffassung vertreten, dass abgewogene Kritik durchaus zulässig sei, auch wenn manche zu weit gingen – als plötzlich hinter der Bar ein Weinglas „von einem stabilen Ort“ zu Boden fiel. Ein Zeichen von oben?

Vance lässt offen, welche Botschaft Gott seiner Ansicht nach habe senden wollen. Aufschlussreich ist die Szene aber aus einem anderen Grund: Denn Vance plädierte damals offensichtlich für eine weniger politische Deutung päpstlicher Äußerungen – ein Standpunkt, der sich nicht immer im Agieren des Vizepräsidenten Vance widerspiegelt. Denn er selbst sorgte jüngst im Kontext des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran mit Papstkritik für Schlagzeilen: Leo XIV., der den Militäreinsatz der Amerikaner regelmäßig verurteilte, riet er, sich auf moralische Fragen zu beschränken und dem US-Präsidenten das Feld der Politik zu überlassen. Gerne hätte man erfahren, wie Vance auf seine Meinungsverschiedenheit mit dem derzeitigen Pontifex blickt. In das Buch hat es die Episode nicht mehr geschafft.
Vance und der Vatikan: Ein schwieriges Verhältnis
Eine ebenso große Lücke klafft zwischen Vance und dem Vatikan beim Dauerbrenner-Thema Migration. Hier war es Papst Franziskus, der Anfang des vergangenen Jahres auf den letzten Metern seines Pontifikats die Politik der US-Administration zurückwies, explizit Vance‘ Rechtfertigung des Regierungshandelns mit der auf Augustinus zurückgeführten Lehre vom „Ordo amoris“, dem Konzept einer Rangordnung der Nächstenliebe vom Nahen zum Fernen. Wer erwartet hatte, dass Vance in seinem Buch gegen den am Ostermontag 2025 verstorbenen Papst austeilt, wird enttäuscht. Auch wenn man unterschiedlicher Meinung gewesen sei, hätten die Medien den Konflikt hochgespielt, schreibt der 41-Jährige. Er habe die „konkreten Mahnungen“ des Papstes, den er einen Tag vor dessen Tod im Vatikan getroffen hatte, den „banalen Plattitüden“ vorgezogen, die Vatikandiplomaten rund um Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin bei einem persönlichen Treffen im April 2025 in Rom geäußert hätten. „Ich führe lieber ein ehrliches Gespräch als eines, das von Klischees überlagert wird.“
Auch wenn Vance an mancher Stelle Bekanntes neu aufwärmt, liest sich „Communion“ ziemlich kurzweilig. Man sollte das Buch durchaus als Beleg werten, dass der US-Vize seinen derzeitigen Chef 2028 gerne als US-Präsident ablösen würde. Auch, da der Tonfall unterm Strich konziliant daherkommt. Vance vermeidet plumpe Kritik am politischen Gegner, wie man sie sonst aus dem Trump-Lager kennt. Seine kritischen Thesen zum amerikanischen Wirtschaftssystem und den ungesunden Auswüchsen des Kapitalismus könnten vermutlich auch Vertreter der politischen Linken unterschreiben – auch wenn die Schlüsse, die sie daraus ziehen, natürlich völlig andere sind. Und selbst Katholiken, die bei den vergangenen Wahlen nicht für Trump gestimmt haben, macht Vance es mit seiner durchaus bewegenden Bekehrungsgeschichte nicht leicht, in Zukunft jedes öffentliche Glaubenszeugnis gleich als kalkuliertes politisches Manöver abzutun.
Doch schreibt hier wirklich der nächste US-Präsident? Ein Selbstläufer dürfte eine Kandidatur für Vance nicht werden. Zum einen, da ihn der Irankrieg, den er im Vorfeld strikt ablehnte, durchaus Glaubwürdigkeit gekostet hat. Zum anderen droht das rechte Lager in den USA immer mehr zu zersplittern. Es ist kein Geheimnis, dass vor allem unter jungen, den Republikanern nahestehenden Männern ein radikaler Flügel heranwächst, der offen antisemitische, teilweise auch rassistische Einstellungen vertritt. Ihnen ist Vance bereits zu angepasst, zu sehr Teil des Establishments. Auch die Tatsache, dass er mit einer Frau verheiratet ist, die Hindu ist und indische Wurzeln hat, stellt für diesen extremen Rand ein Problem dar. J.D. Vance wird sich davon gewiss nicht abhalten lassen. Auch wenn der Ausgang der politischen Reise noch ungewiss ist: Seinen katholischen Glauben wird er sicher weiter als Trumpfkarte spielen.
J.D. Vance: Communion. Finding My Way Back to Faith. Verlag William Collins, 2026, 304 Seiten
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