Als Emmanuel Macron 2017 in den Élysée-Palast einzog, erschien er vielen liberalen Beobachtern als Verkörperung eines neuen politischen Zeitalters: jung, dynamisch, europäisch, technokratisch brillant und rhetorisch gewandt sollte er Frankreich aus der Erstarrung des zunehmend dysfunktionalen Zweiparteienwesens herausführen und zugleich den liberalen Universalismus gegen die aufsteigenden populistischen Bewegungen verteidigen. Nach Jahren der Krise schien sich in seiner Person noch einmal das klassische französische Selbstverständnis zu spiegeln: die Vorstellung, Frankreich könne durch Intelligenz, Stil, Überparteilichkeit und politischen Willen weiter Geschichte gestalten. Neun Jahre später ist von dieser Euphorie wenig geblieben.
Emmanuel Macrons erschöpfte Präsidentschaft
Im letzten Amtsjahr des französischen Staatspräsidenten ist von der Euphorie des Anfangs wenig geblieben.
