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Christinnen sind in Pakistan brutaler Gewalt ausgesetzt

Als Christen und Frauen doppelt diskriminiert: Christliche Mädchen werden entführt, missbraucht und zur Konversion gezwungen. Die Hilfsorganisation CTS kämpft für ihre Rechte.
Katherine Sapna gründete die Hilfsorganisation "Christians True Spirit", die sich für christliche Mädchen und Frauen einsetzt.
Foto: Missio Österreich | Katherine Sapna gründete die Hilfsorganisation "Christians True Spirit", die sich für christliche Mädchen und Frauen einsetzt.

Entführungen, Vergewaltigungen, erzwungene Konversionen zum Islam und Zwangsverheiratung mit muslimischen Männern: Tausende christliche Mädchen und Frauen erfahren in Pakistan ein solches, traumatisierendes Schicksal. Darauf macht derzeit mit einer Tournee durch Österreich die pakistanische Menschenrechtsaktivistin Katherine Sapna aufmerksam. Um insbesondere den doppelt diskriminierten pakistanischen Christinnen humanitär und im Kampf um ihre Rechte zu helfen, gründete Sapna die Hilfsorganisation „Christians True Spirit“ (CTS), die den Frauen Schutz und humanitäre Hilfe, aber auch Rechtsbeistand bei Behörden und Gerichten bietet.

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Die 45-jährige pakistanische Christin, die derzeit auf Einladung der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in Österreich ist, wurde in Wien von Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) empfangen. In Vorträgen in Wien, Linz und Graz wies sie darauf hin, dass Christen im mehrheitlich muslimischen Pakistan gesellschaftlicher wie rechtlicher Diskriminierung und brutaler Gewalt seitens der islamischen Extremisten ausgesetzt sind. Insbesondere nach erzwungenen Konversionen seien oft weder die Polizei noch die Gerichte hilfreich. Jährlich würden etwa eintausend christliche Mädchen gezwungen, zum Islam zu konvertieren – und anschließend mit muslimischen Männern verheiratet. 

Teil eines globalen Netzwerks

Die drei Millionen Christen in Pakistan seien arm und zumeist ohne höhere Bildung, vielfach sogar Analphabeten und damit besonders vulnerabel. „Wir Christen sind Bürger zweiter Klasse“, sagt Katherine Sapna. Ihre Hilfsorganisation CTS, die von Missio Österreich finanziell unterstützt wird, hat bereits gut tausend Frauen durch Schutz und Unterbringung gerettet sowie hunderten Mädchen und Frauen vor Gericht zu ihrem Recht verholfen. Als Beispiel dafür, dass der Rechtsweg trotz aller Diskriminierung sinnvoll ist, schilderte Sapna den Fall einer 17-jährigen Christin, die von vier Männern entführt, vergewaltigt und gefoltert wurde, sich aber dennoch weigerte, zu konvertieren. CTS bot der jungen Frau zunächst Schutz und medizinische Versorgung, später psychosoziale Hilfe bei der Traumabewältigung, eine Ausbildung und schließlich Rechtsbeistand. Mit Erfolg: Die Entführer und Peiniger der jungen Frau wurden verurteilt.

Im Fall von erzwungenen Konversionen hätten allerdings oft die christlichen Eltern beziehungsweise Familien Angst, die geflohenen Mädchen wieder aufzunehmen, weil sie selbst Gewalt und Repressionen fürchten. Auch würden muslimische Richter in solchen Fällen häufig entscheiden, dass die zur Konversion gezwungenen Frauen bei jenen Männern bleiben müssen, von denen sie sexuell missbraucht wurden. Die 45-jährige Katherine Sapna selbst weiß, dass angesichts des muslimischen Extremismus auch sie und ihre Mitarbeiter nicht sicher sind. Sie fühlt sich aber stärker, weil sie gute Beziehungen zu Regierungsmitgliedern und zu ausländischen Botschaften habe, und weil sie „Teil eines globalen Netzwerkes für Frauenrechte“ ist. DT/sba

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