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Berliner Islamwissenschaftler offenbar von Clans bedroht

Nachdem er sich in seinem jüngsten Buch kritisch über arabische Clans äußert, wird der Berliner Islamwissenschaftler Ralph Ghadban offenbar von libanesischen Großfamilien bedroht. Nun steht der Autor unter Polizeischutz.
Berliner Islamwissenschaftler nach Clan-Kritik bedroht
Foto: Dominic Lipinski (PA Wire) | Über Soziale Netze habe er Drohungen aus dem Umfeld libanesischer Großfamilien aus Berlin und Essen erhalten, etwa von der „Familien-Union“ in Essen, so Ghadban.

Der Berliner Islamwissenschaftler Ralph Ghadban wird offenbar von libanesischen Clans bedroht. Wie der Buchautor der evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ bestätigte, steht Ghadban bereits unter Polizeischutz. Die Ursache für die Drohungen und Anfeindungen in Sozialen Netzen, die teilweise indirekte Morddrohungen enthalten haben sollen, ist wohl das jüngste Buch des Publizisten, „Arabische Clans: die unterschätzte Gefahr“. Ghadban schildert darin den zunehmenden Einfluss libanesisch-kurdischer Clans in deutschen Großstädten und bringt diese mit Drogenhandel und Raub in Verbindung.

Seine Thesen wiederholte der Autor in einem Interview im libanesischen Fernsehen

Die in seinem Buch vorgestellten Thesen wiederholte der 70-Jährige jüngst auch in einem Interview im libanesischen Fernsehen. Dieses sieht der aus dem Libanon stammende Autor selbst als Hauptursache für die massiven Anfeindungen gegen seine Person. Auf der Videoplattform „Youtube“ wurde das Interview bereits mehr als 54 000 Mal aufgerufen.

Daraufhin habe er über Soziale Netze Drohungen aus dem Umfeld libanesischer Großfamilien aus Berlin und Essen erhalten, etwa von der „Familien-Union“ in Essen, oder von Personen aus dem Libanon, Syrien und der Türkei, wie der Islamwissenschaftler gegenüber „idea“ schildert. „Sie fühlen sich in ihrer Ehre gekränkt und angegriffen“, so Ghadban. Mit seiner Frau musste er seine Wohnung bereits verlassen.

Ghadban: Auseinandersetzung mit sachlicher Diskussion und Argumenten führen

Der Buchautor betonte aber auch, dass er sich trotz der Einschüchterungsversuche weiterhin öffentlich äußern wolle. „Ich möchte denjenigen zu verstehen gaben, dass eine Auseinandersetzung in Deutschland nicht mit Gewalt und Drohungen, sondern mit Argumenten in einer sachlichen Diskussion geführt wird“, so Ghadban.

Indes wies die „Familien-Union“, ein Zusammenschluss libanesischer Großfamilien, die Vorwürfe des Buchautors in einer Stellungnahme zurück: „Der Verein der Familien Union hat den Buchautor R. Ghadban weder bedroht, noch seine Mitglieder aufgefordert, Drohungen jeglicher Art auszusenden.“ Weiter wies die „Familien-Union“ darauf hin, sich bislang nicht mit dem Buch auseinandergesetzt zu haben. Man wolle aber rechtliche Schritte gegen Ghadban einleiten, wenn die „Familien-Union“ in dessen jüngstem Buch negativ erwähnt werde.

DT/mlu

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