Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Bedford-Strohm rechtfertigt AfD-Ausladung auf Evangelischem Kirchentag

Heinrich Bedford-Strohm hat die ausdrückliche Ausladung von AfD-Politikern vom Evangelischen Kirchentag gerechtfertigt.
Heinrich Bedford-Strohm
Foto: Monika Skolimowska (dpa) | Bedford-Strohm: "Grenzen des Dialogs sind erreicht, wo sich jemand menschverachtend oder rassistisch äußert."

Christen hätten „ganz sicher“ keine Angst vor der AfD, sagte der bayerische Landesbischof der „Bild“-Zeitung (Montag). Die Entscheidung des Kirchentagspräsidiums sei „kurz nach den Ereignissen in Chemnitz gefallen, die eine deutliche Radikalisierung der AfD zeigten.

Dialog soll, wird und muss stattfinden

Der Beschluss richte sich gegen Funktionäre der AfD. Radikale, deren Werte mit denen des Christentums nicht vereinbar seien, sollten auf dem Kirchentag kein Podium bekommen, fügte der Ratsvorsitzende hinzu. Eine Auseinandersetzung mit der AfD und Populismus insgesamt werde es dennoch geben. „Der Dialog soll, wird und muss stattfinden. Der Kirchentag wird die Sorgen und Meinungen der Menschen aufnehmen, auch derjenigen, die der AfD nahestehen. Sie sind nach Dortmund eingeladen.“

Die Grenzen des Dialogs stehen fest

Bedford-Strohm sprach sich für Differenzierungen zwischen Anhängern radikalen Gedankenguts und Protestverhalten aus. „Es gibt in der AfD Leute, die rechtsextreme Positionen vertreten, die vieles kaputt zu machen versuchen, was in diesem Land aufgebaut wurde. Zum Beispiel unsere Erinnerungskultur, mit der wir auf die dunklen Seiten unserer Geschichte blicken.“ Wenn jemand sage: „Ich bin zuerst Deutscher und dann Christ, dann ist das Ketzerei! Solche Auffassungen haben keinen Platz auf unseren Podien.“ Mit Menschen, die die AfD aus Protest wählten oder sich mit konservativen Positionen in anderen Parteien nicht mehr zu Hause fühlten, müsse man im Gespräch bleiben. „Ganz klar: Die Grenzen des Dialogs sind erreicht, wo sich jemand menschverachtend oder rassistisch äußert.“

KNA / DT (jobo)

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Josef Bordat Alternative für Deutschland Heinrich Bedford-Strohm Landesbischöfe und Landesbischöfinnen

Weitere Artikel

Schon vor Beginn der NS-Zeit wurde über Eugenik und Euthanasie diskutiert, auch bei den Protestanten: Vor 95 Jahren entstand der Eugenische Ausschuss der Inneren Mission.
07.04.2026, 09 Uhr
Thomas Klatt
Ob Katholiken oder Protestanten: Auch in diesem Jahr tun sich die Deutschen wieder schwer mit ihrem komplizierten Feiertag.
03.10.2025, 11 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Weltmission sei ein Antidepressivum für unsere Kirchenfrustration, meint Pater Karl Wallner. Über die Sünden des Westens und die Glaubensfreude der afrikanischen Christen.
09.04.2026, 19 Uhr
Stephan Baier
Papst Leo reist in die Heimat seines Ordensvaters Augustinus: Ein Blick in das vor 1600 Jahren erschienene Hauptwerk des Bischofs von Hippo „Vom Gottesstaat“.
11.04.2026, 17 Uhr
Michael Fiedrowicz
Papst Leo hat das Personenkarussell kräftig angeschoben. Da reicht auch ein ligurisches Mahl kaum aus, um sich über die Neuigkeiten auszutauschen.
12.04.2026, 07 Uhr
Mario Monte