Ausdruck reproduktiver Freiheit und medizinischen Fortschritts oder ein Angriff auf Menschenwürde und Mutterschaft? Cornelia Kaminski diskutierte am Freitag zum Thema Leihmutterschaft. Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) wurde dazu von der Tagespost in ihren Presse- und Lounge-Salon im Würzburger Lügensteinmuseum geladen.
„Natürlich hat auch das Kind ein Lebensrecht, das durch Leihmutterschaft entstanden ist“, sagte Kaminski. Aber sie sehe sehr kritisch, auf welche Art so ein Kind ins Leben gerufen wurde. Etwa, dass ein Kind abgetrieben werden müsse, wenn es behindert sei – weil die Eltern sich ein gesundes Kind bestellt hätten.
Weiter sprach sie mit Tagespost-Feuilletonchef Henry C. Brinker über die rechtliche Situation in Deutschland und weltweit. Erst im April bekam der CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck mit seinem Ehemann per Leihmutterschaft in den USA einen Sohn. Er solle sein Mandat zurückgeben, forderte Kaminski.
Auch kritisierte sie Invitro-Schwangerschaften, bei welchen unzählige Embryonen ums Leben kommen. Und letztlich kam es zu der Frage, warum Frauen keine Kinder mehr bekommen. Ihre Erfahrung sei, so Kaminski, deren eigene Kinder zwischen 35 und 18 Jahre alt sind, Frauen bekämen nicht mehr Kinder, wenn die Politik ihnen mehr Möglichkeiten biete, diese abzugeben.
Kaminski zählt zu den profiliertesten Kritikern der Leihmutterschaft in Deutschland. Im Gespräch mit dieser Zeitung sprach sie kürzlich von einem „himmelschreienden Unrecht“. Im Mittelpunkt ihrer Kritik steht die Frage, ob Schwangerschaft und Geburt zu einer Dienstleistung auf einem globalen Markt werden dürfen.
Die anspruchsvolle und zugleich lebhafte Debatte endete mit interessierten Fragen aus dem Publikum. Beim anschließenden Ausklang hatten die Besucher zudem Gelegenheit, Cornelia Kaminski persönlich zu begegnen und das Gespräch mit ihnen fortzusetzen. DT/elih
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