Mainz/Osnabrück

Atomwaffenbesitz: Debatte um Vorstoß von Papst Franziskus

Katholische Sozialethiker streiten, ob eine Ächtung der Abschreckung in Katechismus aufgenommen werden soll.

Papst Franziskus in Japan
Papst Franziskus legt im Friedenspark Hiroshima (Hiroshima Peace Memorial Park) Blumen nieder. Bei seinem Besuch in Japan im vergangenen Jahr sprach sich Franziskus gegen den Einsatz von Atomwaffen aus. Foto: Gregorio Borgia (AP)

Anlässlich des 75. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Japan streiten katholische Sozialethiker, ob die Ächtung der atomaren Abschreckung in den Katechismus aufgenommen werden soll. In einem Beitrag für „Die Tagespost“ verteidigt Pax Christi-Präsident Bischof Peter Kohlgraf die Haltung von Papst Franziskus. Dieser hatte bereits Ende 2019 bei einem Besuch in Japan den Besitz und nicht nur den Einsatz von Atomwaffen für moralisch verwerflich erklärt und angekündigt, den Katechismus der Katholischen Kirche entsprechend ändern zu wollen.

Kohlgraf: Franziskus auf Linie der Bergpredigt

Der Mainzer Bischof meint, Franziskus liege mit seinen Äußerungen ganz auf der Linie der Bergpredigt. Die von Atomwaffen ausgehende Abschreckung gründe auf Angst und Misstrauen und damit nicht auf einer Logik, die echten Frieden ermögliche, so Kohlgraf.

Der emeritierte Osnabrücker Sozialethiker Manfred Spieker hält eine Ächtung des Atomwaffenbesitzes im Weltkatechismus derweil für falsch. Der Katechismus sei nicht der geeignete Ort, um Fragen der Militärstrategie zu behandeln. Christen könnten in der Frage der Abschreckung zudem zu unterschiedlichen Urteilen kommen. Es gehe hier schließlich nicht um allgemeine Prinzipien, sondern um Klugheitsurteile in konkreten Situationen.

DT/om

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