Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach dem Putsch

130 religiöse Gebäude in Myanmar zerstört 

Viele Pfarreien seien aufgelöst worden und die Priester hätten gemeinsam mit den Gemeinden Schutz im Dschungel gesucht, meldet das Hilfswerk "Kirche in Not".
Pagoden in Myanmar
Foto: sytilin via imago-images.de (www.imago-images.de) | Der Präsident von „Kirche in Not“, Thomas Heine-Geldern, erläuterte am Dienstag: „Je heftiger die Kämpfe werden, desto mehr schwindet der allgemeine Respekt vor religiösen Stätten“.

Laut dem päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ sind in Myanmar über die vergangenen zwei Jahre hinweg etwa 130 Kirchengebäude zerstört worden. In den gewalttätigen Auseinandersetzungen seit dem Militärputsch im Februar 2021 seien dort 19 Kirchen und auch andere christliche Gebäude demoliert worden. Bei etwa einem Drittel der Gesamtanzahl handelte es sich jedoch um buddhistische Klöster und Pagoden.

Situation wird immer schlimmer

Der Präsident von „Kirche in Not“, Thomas Heine-Geldern, erläuterte dies am Dienstag: „Je heftiger die Kämpfe werden, desto mehr schwindet der allgemeine Respekt vor religiösen Stätten“. Weiterhin stelle „jedes Haus, jedes Kloster, jeder Tempel oder jede Kirche, die vom Regime bombardiert werden“,  einen „Angriff auf die Identität und den Zusammenhalt der Gemeinschaft“ dar. Die zugespitzte Lage werde aber „immer schlimmer“, so Heine-Geldern. Besonders in den Verwaltungsbezirken Chin, Kayah und Karen, wo viele Christen lebten, herrsche eine dramatische Lage.

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Laut dem Präsidenten des Hilfswerks mussten 16 katholische Pfarreien aufgrund von Sicherheitsbedenken aufgegeben werden: „Viele Priester und Ordensleute haben ihre Gemeindemitglieder begleitet und im Dschungel oder in abgelegenen Gebieten Schutz gesucht.“ Dort herrsche akuter Mangel an Lebensnotwendigen Dingen: Besonders Lebensmittel, Decken, Brennholz und Medikamente würden knapp werden.

Angaben des Hilfswerkes zufolge sind etwa acht Prozent der knapp 55 Millionen Einwohner Myanmars Mitglieder in christlichen Glaubensgemeinschaften. Zwischen ein und zwei Prozent der Bevölkerung seien katholisch. DT/jmo

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