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Gerl-Falkovitz: „Das Christentum ist leibfreundlich“

Im ausführlichen Gespräch mit der „Tagespost“ geht die bekannte Religionsphilosophin dem Geheimnis des Leibes auf den Grund.
Caravaggios Gemälde "Der ungläubige Thomas" (1601–1602)
Foto: Wikimedia honorarfrei | Der Apostel Thomas muss den wunderbar verwandelten Leib Christi erst berühren, um an das Auferstehungsgeschehen glauben zu können. In der berühmten Darstellung Caravaggios führt Christus selbst die Hand seines Jüngers.

Was ist die Sicht des Christentums auf den Leib? Welche Bedeutung hat er für das österliche Auferstehungsgeschehen? Wie missversteht ihn der Transhumanismus? Diesen und anderen tiefschürfenden Fragen stellt sich die Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz im großen Oster-Interview.

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Anders als gemeinhin behauptet, ist das Christentum nach Gerl-Falkovitz keineswegs leibfeindlich. Vielmehr ist der Leib wesentlicher Bestandteil der guten Schöpfungsordnung, die allerdings durch den Sündenfall gestört worden ist: „Der Ursprung ist gut und das Ende etwas noch Besseres. Dazwischen allerdings liegen Tränen.“

Erlösung für Seele und Leib

Nicht nur das vollkommene Gutsein der ursprünglichen Schöpfung sei ein Alleinstellungsmerkmal des Christentums. Auch der Erlösungsgedanke sei einzigartig. Das verheißene ewige Leben betreffe nicht eine losgelöste unsterbliche Seele, sondern auch den Leib: „Nicht meine Seele wird erlöst – das ist viel zu wenig –, sondern meine ganze Person mit Fleisch und Blut.“

Entscheidend ist in diesem Zusammenhang der Auferstehungsleib Christi in seiner „geheimnisvollen Materialität“, die aber keine Geschönte ist. Vielmehr bildeten, so Gerl-Falkovitz, gerade die sichtbaren Wunden des Auferstandenen das „klare Erkennungszeichen zwischen ihm und den Jüngern“. So würden auch in unserem Auferstehungsleib „unsere Wunden auf strahlende Weise bewahrt“ werden.

Der Transhumanismus: ein leibfeindlicher Irrweg

Eine klare Absage erteilt Gerl-Falkovitz den Unsterblichkeitsphantasien des Transhumanismus, den sie „als Leibfeindlichkeit per se“ kritisiert. Auch zu den leibtheologischen Vorstößen des Synodalen Weges in Deutschland, die „Person und Natur zu trennen“ versuchten, äußert sich die Philosophin ablehnend. In Wahrheit habe der Leib schon eine Aussage, „die mir als Mann oder Frau vorgegeben ist und die ich verstehe“. Das Gebot der Stunde sei daher das „Zurückgewinnen der Leibhaftigkeit“.  DT/sost

Das gesamte Gespräch mit Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz über das Geheimnis des Leibes lesen Sie in der kommenden Oster-Ausgabe der „Tagespost“, die am 28.3.2024 erscheint.

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