Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Leihmutterschaft

Leihmutterschaft: Kommissionsbericht erwartet

Schon im Frühjahr könnte die Regierung eine Legalisierung der Leihmutterschaft angehen.
Protest gegen Leihmutterschaft
Foto: Thomas Banneyer (dpa) | Eine Legalisierung der Leihmutterschaft ist schwerwiegender Kritik ausgesetzt.

Die Kommission, die von der Bundesregierung mit der Überprüfung des Verbots der Leihmutterschaft betraut ist, soll noch im Frühjahr ihren Abschlussbericht vorlegen. Das sagte die Obfrau der Grünen im Gesundheitsausschuss des Bundestags, Saskia Weishaupt, den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

Nicht-kommerzielle Leihmutterschaft könnte bald erlaubt sein

In ihren Koalitionsvertrag hatten die Ampelparteien vereinbart, die Legalisierung einer nicht-kommerziellen, „altruistisch“ genannten Leihmutterschaft prüfen zu lassen. Derzeit sind in Deutschland alle Formen der Leihmutterschaft auf Basis des Embryonenschutzgesetzes und des Adoptionsvermittlungsgesetzes verboten.

Lesen Sie auch:

Weishaupt verwies auf die Komplexität einer möglichen Gesetzgebung sowie die Missbrauchsgefahren: „Eine Legalisierung der Leihmutterschaft birgt Gefahren für Missbrauch und es ist fraglich, ob garantiert werden kann, dass dies ausschließlich altruistisch erfolgt - so auch der Eindruck aus anderen Ländern.“

FDP für Legalisierung der Leihmutterschaft

Dagegen befürwortet der Koalitionspartner FDP klar die Legalisierung der Leihmutterschaft. Katrin Helling-Plahr, rechtspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, appellierte, der „Staat sollte selbstbestimmt handelnden Frauen nicht verwehren, helfen zu dürfen.“ Das Missbrauchspotential, so Helling-Plahr, sei aktuell viel größer, da Paare Leihmütter im Ausland beauftragen: „Man muss erkennen, dass Leihmutterschaft bereits heute von Deutschen in Anspruch genommen wird. Betroffene Paare, die genügend Geld haben, gehen zum Beispiel ins Ausland, um dort eine Leihmutter zu suchen. Die Frauen dort handeln teilweise aus wirtschaftlicher Not heraus, zudem entsprechen die medizinischen Bedingungen dort nicht immer deutschen Standards.“

Aus katholischer Sicht ist Leihmutterschaft moralisch unzulässig. Erst Anfang des Jahres bekräftigte Papst Franziskus die Forderung nach einem weltweiten Verbot und betonte zur Begründung, dass „die Leihmutterschaft die Würde der Frau und des Kindes in schwerem Maße“ verletze.

Auch Legalisierung von Abtreibung und Eizellspende im Gespräch

Weitere bioethische Themen, die aktuell von der eingesetzten Regierungskommission geprüft werden, sind eine Abschaffung des § 218 StGB, der die Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen regelt, sowie die Legalisierung von Eizellspenden.  DT/sost

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Deutscher Bundestag Embryonenschutzgesetz FDP Leihmütter Papst Franziskus

Weitere Artikel

Gibt es noch Grenzen, wo die Würde des Menschen berührt ist? Ein Bericht über den Leihmutterschaftskongress „Kinder und Kommerz“.
11.03.2026, 17 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Laienpredigt ist vom Vatikan nicht erlaubt. Wenn er davon erfahre, dass nicht geweihte Menschen predigten, werde er aber nicht disziplinarisch eingreifen, so der Mainzer Bischof.
11.08.2026, 06 Uhr
Meldung
Wilhelm II. besuchte 1898 Jerusalem. Was sich daraus über die religionspolitischen Ziele des Kaisers lernen lässt.
10.08.2026, 09 Uhr
Benjamin Hasselhorn
Die Exkommunikation für unerlaubte Bischofsweihen wurde 1951 auch wegen der Situation der Kirche im kommunistischen China eingeführt. Heute übt Rom gegenüber dem Land Nachsicht.
07.08.2026, 19 Uhr
Jakob Naser