Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung KINDERKATECHESE

Kann Gott zaubern?

Gott kann wirklich alles! Darum lässt er manchmal Wunder geschehen. Auch dann, wenn unsere Gebete nicht immer so erhört werden, wie wir das gerne möchten.
Jesus heilt das tote Mädchen
Foto: IMAGO/Zoonar.com/Dzianis Vasilyeu (www.imago-images.de) | Gott kann alles! Einmal hat er sogar ein totes Mädchen wieder aufgeweckt, steht in der Bibel. Noch heute lässt Gott Wunder geschehen. Man muss nur aufmerksam nach ihnen Ausschau halten.

Habt ihr schon einmal ein Wunder erlebt? Oder hat euch jemand schon einmal von einem Wunder erzählt? Heilige sind so stark mit Gott verbunden, dass sie viele Wunder erleben. Der heilige Franziskus von Assisi hatte zum Beispiel die Wunden von Jesus an seinem eigenen Körper. Die heilige Bernadette von Lourdes fand auf Anhieb eine Wasserquelle im sandigen Boden, weil die Muttergottes sie ihr zeigte. Andere haben nur von der heiligen Kommunion gelebt und keine andere Nahrung gebraucht. So gibt es unzählige Geschichten von Wundern, die Heilige erlebt haben. Außerdem erwirken Heilige auch vom Himmel aus selbst viele Wunder. Die heilige Therese von Lisieux hat gesagt, nach ihrem Tod wolle sie Rosen regnen lassen. Sie hat sich schon während ihres Lebens darauf gefreut, vom Himmel aus viel Gutes zu tun. Unzählige Wunder sind geschehen, weil Menschen auf die Fürsprache der heiligen Therese vertraut haben.

Lesen Sie auch:

Wunder sind Ereignisse, die sich nicht naturwissenschaftlich erklären lassen. Wenn jemand von einer unheilbaren Krankheit geheilt wird, ist das beispielsweise ein Wunder. Eine besondere Erscheinung ist allerdings nur dann ein Wunder, wenn man darin das Wirken von Gott spürt. Deshalb sind übernatürliche Ereignisse der Zauberei und Hexerei keine Wunder. Manchmal bezeichnen Menschen auch Dinge als Wunder, in denen sie besonders stark das Wirken Gottes gespürt haben, auch wenn diese Dinge keine besondere übernatürliche Qualität haben. Zum Beispiel, weil sie sich plötzlich nach langem Streit unerwartet wieder mit einem Menschen versöhnen konnten oder weil „wie durch ein Wunder“ ein schlimmes Ereignis nicht eingetroffen ist.

Sind Wunder normal?

Uns kommt es manchmal komisch vor, dass es Wunder geben soll. Selbst, wenn wir schon einmal etwas wie ein Wunder erlebt haben, fangen wir oft nach einer Weile an, zu zweifeln, ob wir uns nicht getäuscht haben. Doch wenn es nach Jesus ginge, sollten Wunder für uns das Normalste von der Welt sein. Wenn Jesus von Dorf zu Dorf zieht und die Menschen mit ihren Krankheiten zu ihm kommen, geschehen viele Wunder. Blinde Menschen sehen auf einmal, Lahme stehen auf und springen herum, schwer kranke Menschen sind plötzlich gesund – das alles kann Jesus bewirken. Und Jesus sagt auch zu uns: „Wenn ihr wirklich Glauben hättet, könntet ihr sogar zu einem Berg sagen ,Heb dich von hier fort!’ und er würde es tun.“

Ja, es stimmt. Wenn Gott die Welt erschaffen hat, wie sollte er dann nicht auch die Macht haben, alle Gesetze dieser Welt aus den Angeln zu heben! Gott kann wirklich alles! Wenn wir ganz mit Gott leben, wie die Heiligen, dann ist es für uns das Normalste von der Welt, dass Gott alles kann und dass wir von ihm immer das Allerbeste erhoffen: Essen für die Armen, Heilung für die Kranken, Trost für die Traurigen. Vielleicht hast du schon erlebt, dass du um ein Wunder gebetet hast und dieses Wunder nicht geschah? Manchmal verstehen wir nicht, warum Gott im einen oder anderen Fall kein Wunder bewirkt. Haben wir nicht fest genug gebetet? Ist unser Glaube zu schwach? Es ist nicht so einfach, zu verstehen, wann Gott uns Wunder erleben lässt und wann nicht. Vieles an Gottes Handeln bleibt für uns rätselhaft und geheimnisvoll.

Ein paar Dinge wissen wir immerhin über Gott, sein Handeln und diese Welt, die dir vielleicht weiterhelfen können:

1. Gott ist der Mächtigste, aber kein Zauberer

Gott ist keine Zauberkraft, über die wir einfach so verfügen können. Es reicht nicht „Hokuspokus Simsalabim“ zu sagen und schon ist alles Leid der Welt fortgezaubert. Könnten wir mit unseren Gebeten so über Gott verfügen, dann wäre nicht mehr er Gott, sondern wir. Wir sind aber nicht mächtiger als Gott, sodass wir ihm einfach befehlen können, was er tun soll.

2. Nur Gott weiß, was gut ist

Das ist übrigens auch gut so, denn Menschen haben nicht das Wissen und den Überblick, den Gott hat. In unseren Augen sollte manches Leid fortgezaubert werden und wir verstehen nicht, warum Gott nicht ein Wunder bewirkt. Gott kennt aber den Weg jedes einzelnen Menschen auf dieser Welt. Er weiß, dass jeder dieser Wege zum Guten führt – wenn sich der Mensch darauf einlässt. Es gibt keinen Menschen, dem es nicht letztendlich gut gehen wird, wenn er sich von Gott helfen lässt.

3. Menschen können Wunder verhindern

Außerdem kann Gott vielleicht manche Wunder nicht bewirken, weil ihm ein Mensch selbst den Weg versperrt. Wenn ein Mensch sein Herz ganz fest zumacht, dann hat der Mensch sogar die Macht, das Gute und das Heil aus seinem Leben auszuschließen. Das ist die Freiheit, die Gott unserer Welt geschenkt hat, als er sie geschaffen hat.

4. Noch sind wir auf der Erde und nicht im Himmel

Wäre die ganze Welt voller Wunder, dann wären wir nicht mehr auf der Erde, sondern schon im Himmel. Wenn wir jetzt ein Wunder erleben, so ist das ein kleines Vorzeichen. Ein Vorzeichen, das uns schon ein bisschen vorfühlen lässt, wie es eines Tages sein wird, wenn wir alle bei Gott sind und alles Leid überwunden sein wird.

Höre nie auf zu beten, bloß weil du das Gefühl hast, dass dein Gebet nicht erhört wird. Ja, Gebet ist keine Zauberei. Wir können Gott mit unseren Gebeten nicht zu einem bestimmten Handeln zwingen. Aber, auch wenn wir es nicht immer direkt spüren, müssen wir dennoch Gott vertrauen, dass er kein Gebet unerhört lässt. Sei gewiss: Immer wenn du betest, machst du Gott ein Fenster in dieser Welt auf, durch das er seine Gnade hineingießen kann. Wenn du immer weiter betest, wirst du eines Tages wissen, warum Gott eine Sache so und nicht anders gelöst hat. Und ja, etwas hätte ich fast vergessen: Wunder kommen sehr oft völlig unerwartet! Lass dich überraschen!

Fange an, ein Wundertagebuch zu führen! Schreibe alle Wunder, die Gott dich täglich erleben lässt, in ein kleines Notizbuch. Vielleicht hast du heute:
… selbst ein kleines oder größeres Wunder erlebt ?
… von jemandem ein Wunder erzählt bekommen, das er oder sie erlebt hat?
… von einem Wunder erfahren, das ein Heiliger erlebt oder bewirkt hat?
Ich bin mal gespannt, wie schnell sich dein Büchlein füllt!

Isabel Kirchner
Foto: Privat | Isabel Kirchner ist Theologin, Musikerin und Mutter von zwei Söhnen. Sie war an der Erstellung des Youcat for Kids (www.youcat.org) beteiligt.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Isabel Kirchner Franz von Assisi Gott

Weitere Artikel

Das reiche italienische Ehepaar Corrado und Eufrosina verarmte von heute auf morgen. Darum wurde Eufroisna Klarissin und Corrado ein Einsiedler, durch den Gott Wunder wirkte.
19.02.2026, 05 Uhr
Claudia Kock

Kirche

Der „Neue Anfang“ kritisiert Bischof Bätzing für die Aufnahme von Wolfgang Rothe in den DBK-Betroffenenbeirat und fordert die Hirten zum Handeln auf.
20.02.2026, 20 Uhr
Meldung
Die Piusbruder-Hardliner sitzen im Generalat, die Gläubigen lösen sich tendenziell von ihnen ab: Das lässt Hoffnung auf Besserung zu.
20.02.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Man werde sich sowieso nicht einigen können: Die Bruderschaft schlägt das Angebot des Papstes aus und hält an den unerlaubten Bischofsweihen im Juli fest.
19.02.2026, 16 Uhr
Meldung
Der französische Tauf-Boom steckte nicht nur Belgien an: Deutsche Bistümer melden steigende Katechumenen-Zahlen und zuletzt Begeisterung für den Aschermittwochsgottesdienst.
19.02.2026, 16 Uhr
Meldung
Immer mehr Theologiestudenten meiden staatliche Universitäten. Doch das Interesse an der akademischen Theologie ist keineswegs tot.
19.02.2026, 11 Uhr
Regina Einig