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Jetzt muss die Sexualpädagogik aufarbeiten!

Der Einfluss Helmut Kentlers auf die Entstehung der „Emanzipativen Sexualpädagogik“ ist jetzt belegt. Bildungseinrichtungen und Fachverbände müssen nun reagieren.
Frühkindliche Sexualerziehung
Foto: IMAGO/xkipgodix (www.imago-images.de) | Doktorspiele und Räume für frühkindliche Masturbation sind in den sexualpädagogischen Leitlinien zahlreicher, auch katholischer, Kitas bereits seit langem vorgesehen.

Wenn die „Tagesschau“ es schreibt, muss es stimmen: Der Missbrauchstäter und pädophile Aktivist Helmut Kentler galt ab den 70er Jahren als der Experte für Sexualaufklärung und Reformpädagogik. Warum ist diese späte (und trotz der Ironie des ersten Satzes korrekte) Erkenntnis so wichtig? Nun, Helmut Kentler war eben nicht „nur“ die dickste Spinne in einem breiten Netzwerk Pädophiler, er ist auch der Vordenker gerade jener Art der „sexuellen Bildung“, die längst Schulen, Kindergärten – auch katholische – und staatliche Aufklärungsempfehlungen überschwemmt hat. 

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Die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christa Meves warnte bereits in den 70er Jahren davor und ist dafür oft in die rechte Ecke gestellt worden. Nun stellt es aber das Forscherteam der Universität Hildesheim in ihrem Bericht zum Wirken Helmut Kentlers ganz offiziell fest: Kentler entwickelte die sogenannte „Emanzipative Sexualpädagogik“, die eine von ihm postulierte „kindliche Sexualität“ „befreien“ möchte. „Genau diese Befreiungsrhetorik wird zu einer pädagogischen Begründungsform, um die Grenzen zwischen kindlicher und erwachsener Sexualität zu verwischen“, so der Bericht wörtlich. Die Forscher arbeiten heraus, „wie sowohl Akteure der wissenschaftlichen Sozialpädagogik als auch der Sexualpädagogik bis heute wirkende Diskurse geschaffen haben, die als Verdeckungsmodi sexualisierter Gewalt in der Kinder- und Jugendhilfe beschrieben werden können“. 

These von der kindlichen Sexualität nie empirisch belegt

Die These von der kindlichen Sexualität wurde nie empirisch belegt und wird von Entwicklungspsychologen abgelehnt. Trotzdem fand sie über die „Sexualpädagogik der Vielfalt“ Eingang in Kitas – Doktorspiele und Masturbationsräume inklusive.

Vor einigen Tagen wurde ein Entwurf für das neue „Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege“ bekannt, der genau diese „individuellen Erfahrungsräume“ vorsah, der Kleinkindern – auch gemeinsam mit anderen – das „Genießen von Lustgefühlen am eigenen Körper“ ermöglichen sollte. Gegenüber der „Tagespost“ hat der Berliner Staatssekretär für Jugend und Familie, Falko Liecke (CDU), gestern mitgeteilt, dass das Papier nun zurückgezogen wurde und es ausdrücklich „keine eigenen Räume für pädagogische sexuelle Erkundungen für Kinder untereinander geben und auch keine angeleiteten oder freien sonstigen sexuell-pädagogischen Konzepte“ geben werde. 

Klarer Auftrag an die Politik

Umso besser für die Berliner Kita-Kinder. Jedoch: Doktorspiele und Räume für frühkindliche Masturbation sind in den sexualpädagogischen Leitlinien zahlreicher, auch katholischer, Kitas bereits seit langem vorgesehen – absurderweise unter dem Deckmantel der Missbrauchsprävention. Die Tagespost hat dazu in der Vergangenheit bereits ausführlich recherchiert.

Die Forscher aus Hildesheim fordern in ihrem Bericht, „zu reflektieren, wer gegenwärtig welche Inhalte in Zeitschriften veröffentlicht – und damit (…) Diskurse und Narrative immer noch (unkritisch) reproduziert“. Das ist ein klarer Auftrag an Politik, Bildungseinrichtungen und wissenschaftliche Fachverbände: Nun muss die Sexualpädagogik aufarbeiten, die bis heute Kentlers Thesen an Kitas und Schulen bringt.

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