„Verband kinderreicher Familien“ warnt

Familien in finanzieller Existenz bedroht

Die Vorsitzende des „Verbandes kinderreicher Familien“ fordert eine stärkere Anhebung des Kindergeldes für große Familien. Familienministerin Paus befürchtet einen Anstieg der Kinderarmut im Land.
Belastung von Großfamilien
Foto: Monkey Business 2 via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Mehrkindfamilien tragen enorme Lasten und stehen vor großen Herausforderungen“, so Müller auf Anfrage der „Tagespost“.

Wegen der von Familienministerin Lisa Paus (Grüne) befürchteten ansteigenden Kinderarmut fordert die Vorsitzende des „Verbandes kinderreicher Familien“, Elisabeth Müller, stärkere finanzielle Entlastungen für Familien mit mehr als drei Kindern. „Die Verteuerungen in fast allen Bereichen führen mittlerweile zu existenziellen Sorgen. Mehrkindfamilien tragen enorme Lasten und stehen vor großen Herausforderungen“, so Müller auf Anfrage der „Tagespost“. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) plant für das kommende Jahr ein Entlastungspaket, das auch die Anhebung des Kindergeldes vorsieht – allerdings nur bis zum dritten Kind. 

Große Familien stärker entlasten 

„Wir beobachten mit großer Sorge, dass Familien, die bisher keine (ergänzenden) Sozialleistungen erhielten und damit vom Bildungs- und Teilhabepaket ausgeschlossen sind, nun in ihrer Existenz bedroht sind“, so Müller. Insbesondere Mehrkindfamilien stünden wegen der angestiegenen Energiepreise und Lebensmittelkosten vor großen Herausforderungen.

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Müller fordert deshalb in Bezug auf das von Lindner geplante Entlastungspaket, das Kindergeld zeitlich befristet um 50 Euro pro Kind anzuheben. Langfristig fordert der „Verband kinderreicher Familien“ die Erhöhung des Kindergeldes beim dritten Kind um 50 Prozent und ab dem vierten Kind um je 75 Prozent. Außerdem spricht sich die Verbandsvorsitzende für eine bundesweite Weiterführung des 9-Euro-Tickets für alle schulpflichtigen Kinder aus, um die Ausgaben für die öffentlichen Verkehrsmittel zu dämpfen.

Wegen der steigenden Lebensmittelpreise appelliert Müller zudem an die Politik, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel vorübergehend von sieben auf zwei Prozent zu senken und so die Mehrkosten, die insbesondere Familien mit hoher Versorgungslast zu tragen hätten, zu dämpfen. „Die Familien sind das Rückgrat der Gesellschaft. In ihnen leben unsere Kinder, unsere Zukunft“, betont Müller. 

Familienministerin fordert stärkere Anhebung des Kindergeldes 

Familienministerin Paus hatte zuvor wegen der steigenden Inflation, die inzwischen bei 8,5 Prozent liegt, vor der Gefahr wachsender Kinderarmut gewarnt. „Die Gefahr, dass die Kinderarmut zunimmt, ist groß“, sagte Paus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Sie fordert deshalb eine deutliche stärkere Anhebung des Kindergeldes als von Lindner geplant. Gerade Familien mit Kindern stünden wegen der Preisentwicklung „mit dem Rücken zur Wand“, sagte Paus. „Es geht inzwischen um die Existenz.“

Das von Finanzminister Christian Lindner (FDP) für 2023 geplante Entlastungspaket sieht vor, dass das Kindergeld für die beiden ersten Kinder um acht Euro auf dann 227 Euro angehoben wird. Für das dritte Kind sollen Eltern zwei Euro mehr bekommen, dann ebenfalls 227 Euro. Für das vierte Kind soll es bei 250 Euro bleiben.  DT/vwe

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