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Zum Busführerschein gezwungen: Gesetz benachteiligt kinderreiche Familien

Seit 2024 dürfen Eltern von acht und mehr Kindern diese nicht mehr mit dem „B1-Führerschein" transportieren. Der Verband kinderreicher Familien warnt vor Benachteiligung.
Family enjoying a road trip sitting on the open trunk of a car in nature
Foto: IMAGO/Natalia Deriabina (www.imago-images.de) | Können bald vielleicht nicht mehr alle Kinder mitfahren? Wer mehr als sieben Kinder kriegt, braucht für deren Transport den „D1-Führerschein".

Eltern von acht und mehr Kindern dürfen gesetzlich nicht mehr ihre gesamte Familie im Auto mitnehmen. Es sei denn, sie machen den „D1-Führerschein“. So die seit April 2024 geltenden Verkehrsregelungen. Der Verband kinderreicher Familien Deutschland (KRFD) warnt in einer Pressemitteilung von Montag vor Benachteiligung und der „unfairen Zusatzlast“, die große Familien ausbremse. 

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Bislang galt für Großfamilien die Ausnahmeregelung, mit dem Führerschein der Klasse B mehr als die standardmäßig erlaubten acht Mitfahrer transportieren zu dürfen. Der „D1-Führerschein“, auch „kleiner Busführerschein“ genannt kostet 5.000 bis 7.000 Euro. Zusammen mit den Kosten für ein entsprechendes großes Fahrzeug sei dieser für die meisten Eltern unerschwinglich.

Der Verband fordert die Politiker zu „praxistauglichen und familiengerechten Lösungen“ auf. Diese könnten „eine erneute Ausnahmegenehmigung, ein vereinfachter Zugang beim Erwerbsprozess des Führerscheins oder gezielte finanzielle Entlastung im Einklang mit europäischem Recht“ sein.
„Für kinderreiche Familien ist Mobilität kein Luxus, sondern eine tägliche Notwendigkeit. Schulwege, Arzttermine, Vereinsfahrten – ohne ein Fahrzeug, das alle Kinder transportieren kann, ist der Alltag schlicht nicht machbar“, beklagte Elisabeth Müller, Vorsitzende des KRFD. Gerade in ländlichen Regionen, in denen der öffentliche Nahverkehr wenig Alternative bietet, verschärfe die neue Regelung die Situation erheblich. Hinzu kommt, dass die Deutsche Bahn Mitte Juni ihre kostenfreie Familienreservierung ersatzlos gestrichen hat. Mit ihr konnten sich bis zu fünf Personen für 10,40 Euro einen Sitzplatz reservieren. „Innerhalb weniger Monate sind gleich zwei wichtige Mobilitätsbausteine für große Familien entfallen“, so die KRFD-Vorsitzende. DT/elih

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Meldung Elisabeth Müller

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