Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neue UNICEF-Studie

Kinder sind schlechter in Mathe und Lesen und häufiger übergewichtig

Eine gute Beziehung zu den Eltern ist für die Lebenszufriedenheit von Jugendlichen besonders wichtig. Das belegt der neue UNICEF-Bericht über die 43 wohlhabenden Länder der Welt.
Glückliche, gutmütige Mutter sitzt zu Hause auf der Couch mit einem Mädchen im Teenageralter und träumt von der Zukunft
Foto: IMAGO/Zoonar.com/Dmitrii Marchenko (www.imago-images.de) | Die schwindende Lebenszufriedenheit hängt bei Jugendlichen nach Angaben der UNICEF-Studie weniger von den Sozialen Medien als von der Beziehung zu ihren Eltern ab.

Die Lage der Kinder in der EU und OECD – den reichsten Ländern weltweit – hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Zwischen 2018 und 2022 ging es bergab: In 14 Ländern ging die Lebenszufriedenheit zurück, in 14 Ländern nahm die Zahl der übergewichtigen Kinder zu, und in 21 Ländern verschlechterten sich die schulischen Kompetenzen. Das ergab eine Studie (Stand Mai 2025) des UNICEF-Forschungsinstitut Innocenti. Es vergleicht in seiner Report-Card-Serie seit dem Jahr 2000 regelmäßig die Situation von Kindern in den wohlhabenden Ländern anhand von wichtigen Indikatoren, die sich auf das Kindeswohl beziehen.

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Im Vergleich mit den anderen 42 untersuchten Ländern liegt Deutschland nun insgesamt auf Platz 25. 2020 erreichte es noch Rang 14. Was die mentale Gesundheit angeht, erhält es Platz 18, bei körperlicher Gesundheit Platz 14 und was die Fähigkeiten der Kinder betrifft, Platz 34. Ganz oben gelistet sind die Niederlande, ganz unten die USA.

Kinder müssen mit den Eltern sprechen

Die Suizidraten unter Jugendlichen sind zwischen 2018 und 2022 in 18 Ländern gesunken. In Deutschland fiel der Wert leicht von 4,79 auf 4,14 pro 100.000. Dabei gaben in Deutschland im Jahr 2018 noch drei von vier Jugendlichen an, zufrieden zu sein. 2022 waren es nur noch 68 Prozent.
Die schwindende Lebenszufriedenheit hängt bei Jugendlichen nach Angaben der Studie weniger von den Sozialen Medien als von der Beziehung zu ihren Eltern ab: „Jugendliche, die soziale Medien moderat nutzen, haben tendenziell sogar eine etwas höhere Lebenszufriedenheit als Intensivnutzer oder Jugendliche, die Soziale Medien überhaupt nicht nutzen“, so der UNICEF-Bericht wörtlich. „Die Erfahrungen, die Kinder in den Sozialen Medien machen, sind möglicherweise wichtiger als die Zeit, die sie dort verbringen“. Kinder, die nahezu jeden Tag mit ihren Eltern sprechen, seien zu 79 Prozent zufriedener als Kinder, die es nur ein- bis zweimal pro Woche tun. Das Aktionsbündnis „Demo für Alle“ kommentiert an dieser Stelle in einem Rundschreiben: „Die Zahlen bestätigen damit, wofür wir uns seit langem einsetzen: Stabile und enge Familienbande sind eine wichtige Voraussetzung für eine glückliche Kindheit und Jugend.“

Der Anteil der Kinder mit Kompetenzen in Mathe und Lesen ist zwischen 2018 und 2022 um mehr als fünf Prozent gesunken und nur in vier Ländern erheblich gestiegen. Auch Deutschland verzeichnet Rückgänge, von 73 Prozent in 2018 auf 60 Prozent in 2022. In Deutschland ist jedes vierte Kind zwischen fünf und 19 Jahren zu dick. An dem Wert hat sich zwischen 2018 und 2022 nichts geändert. Seit 1990 stieg der Anteil übergewichtiger Kinder von 17 Prozent auf 28 Prozent im Jahr 2022. Spitzenreiter sind Chile, wo über die Hälfte der Kinder und Jugendlichen (57,9 Prozent) übergewichtig sind, und die USA (42,0 Prozent). Ursache dafür sei laut UNICEF mangelnde Zeit zum Kochen in den Familien. Abgepackte Lebensmittel ersetzten selbstgemachtes Essen. Jugendliche würden somit mehr Zucker, Salz und ungesunde Fette mit wenig Vitaminen und Mineralien konsumieren. DT/elih

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