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EMMA - Redakteurin: Transideologie geht zu Lasten von Frauen und Mädchen

Chantal Louis im Gespräch mit der Tagespost: Feministinnen müssen sich zusehends von Transaktivisten als transphob beschimpfen lassen, wenn sie auf die Rechte von Frauen und Mädchen hinweisen.
Unisextoilette
Foto: Jörg Carstensen (dpa) | Plötzlich werden Toiletten für Frauen und Mädchen zu Unisextoiletten. Das gilt als modern.

Im Gespräch mit der „Tagespost“ erklärt die „EMMA“-Redakteurin und Feministin Chantal Louis, warum aus Sicht vieler Feministinnen gerade Frauen und Mädchen die Leidtragenden einer aggressiven Transideologie werden. Transrechte würden von einem kleinen Teil sehr lauter Trans-Aktivisten über Frauenrechte gestellt, so lautet ihre Kritik. Im Frühjahr hat Louis gemeinsam mit Alice Schwarzer mit dem Sammelband „Transsexualität“ einen Debattenbeitrag zum von der Ampelkoalition geplanten Selbstbestimmungsgesetz geliefert.

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Nicht richtig

Wenn Mädchen meinen, nicht richtig zu sein, weil sie weiblichen Klischees oder einem engen Rollenverständnis nicht entsprechen, dann schrillen bei einer Feministin alle Alarmglocken“, kommentiert Chantal Louis die weltweit rasant steigende Zahl an jungen Mädchen, die sich als „trans“ identifizieren. Anstatt Rollenklischees zu hinterfragen propagiere der Transaktivismus stattdessen heute das Angebot, das Geschlecht zu „wechseln“. Der Feminismus kämpfe im Gegenteil dazu seit Jahrzehnten dafür, dass „Mädchen und Jungen sein dürfen, wie sie wollen, ohne dafür schief angeschaut oder gemobbt zu werden“, so Louis.  

Die Feministin hat außerdem zahlreiche Fälle aus verschiedenen Ländern zusammengetragen, in denen sich männliche, polizeibekannte Straftäter als Frauen definiert haben und in weibliche Schutzräume – Frauensaunen, -umkleiden und -gefängnissen – eindringen konnten. Natürliche dürften nicht alle Transpersonen für das Fehlverhalten Einzelner verantwortlich gemacht werden, jedoch müsse eine offene Debatte darüber stattfinden, was es heiße, wenn biologische Männer sich durch einen reinen Sprechakt als Frau deklarieren und in geschützte Räume eindringen können. „Genau das soll durch das geplante Selbstbestimmungsgesetz passieren“, so Louis.

Total retro

Genau diese Debatte sei jedoch aufgrund von Vorwürfen der Diskriminierung und Transphobie kaum noch möglich: „Da werden zum Beispiel an Schulen die Frauentoiletten einfach zu Unisextoiletten. Das läuft unter dem Siegel des Fortschritts und der „Hipness“ und darf nicht hinterfragt werden. Eltern, die nicht möchten, dass die Tochter auf Toiletten gehen muss, zu denen Jungen ganz selbstverständlich Zugang haben, sind dann „retro“ und transphob.“

Für Chantal Louis ist das geplante Selbstbestimmungsgesetz auch deshalb hochproblematisch, weil es noch mehr Menschen zu früh und ohne adäquate therapeutische Begleitung an Hormonbehandlungen heranführen werde. „Dabei gibt es zahlreiche Ursachen für ein Unbehagen im eigenen Körper, zum Beispiel Körperhass, ein Herausfallen aus Rollenbildern oder ein Trauma durch sexuelle Übergriffe.“ Ein Teil der Politiker unterstütze die Forderungen der Translobby aus einem Fortschrittsgedanken heraus. „Ich bin gleichzeitig der Überzeugung, dass große Teile der Politik noch nicht begriffen haben, worum es da eigentlich geht“, weshalb Aufklärungsarbeit wichtig sei, schließt die Feministin. DT/fha

Lesen Sie das vollständige Interview in der nächsten Ausgabe der „Tagespost“.

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