Podcast

Ein kritischer Blick auf katholischen Anti-Feminismus mit Abigail Favale

In einer Spezialfolge des Tagespodcastes spricht die katholische US-Publizistin und Literaturdozentin Abigail Favale über eine antifeministische Streitschrift aus den USA. Sie empfiehlt stattdessen Edith Stein, Gertrude von Le Fort und Hildegard von Bingen als Lektüre.
Katholischer Feminismus
Foto: leolintang via www.imago-images. (http://www.imago-images.de/) | Was bedeutet es, eine katholische Frau zu sein? Dieser Frage widmet sich Abigail Favale im neuen Tagespodcast.

Ein Buch mit dem Titel „Ask Your Husband“ (Frage deinen Ehemann) versetzte netzaffine Katholiken in den USA Anfang des Jahres in Aufregung. Darin ermahnte die Autorin Stephanie Gordon katholische Ehefrauen, zuhause zu bleiben und ihrem Ehemann zu gehorchen – weil das die katholische Kirche so lehre.

Abigail Favale, die vor ihrer Konversion zur katholischen Kirche Gender Studies studierte, erklärt in diesem Podcast, dass Männlichkeit und Weiblichkeit für Katholiken kein „Tun“, sondern ein „Sein“ bedeute. Ein starres Rollenverständnis, das Männern und Frauen feste Verhaltensregeln vorschreibe, erinnere eher an fundamentalistisch-protestantisches Geschlechterbild.


Tatsächlich sei auch die Sitte, dass Frauen im Ehegelübde ihrem Ehemann Gehorsam schwören, eine protestantische Erfindung nach der Reformation gewesen, die dann langsam auch in katholischen Kirchen Fuß gefasst habe. Das zweite Vatikanische Konzil sowie theologische Größen wie Edith Stein und Johannes Paul II., die das Frauenbild der Kirche vertieften, könne man daher als katholische Korrektur eines protestantischen Einflusses betrachten, und nicht als moderne Abweichung von der Tradition der Kirche.

Favale erklärt auch mithilfe von Gedanken von Edith Steins über die menschliche Person, was die Begriffe „gender“ und „sex“ bedeuten. „Gender“ sei mehr als nur das biologische Geschlecht; es beinhalte daneben auch die historische, soziale Realität der Person, sowie ihre Psyche und Spiritualität. „Gender“ sei die Bezeichnung dafür, wie sich die Realität des biologischen Geschlechtes im Leben einer Person konkret manifestiere.

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