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Akten-Leak: Weltverband für Transgender-Gesundheit in der Kritik

Fehlende medizinische Aufklärung von Patienten, bewusstes Ignorieren von schweren Nebenwirkungen: Durchgestochene Akten werfen ein zweifelhaftes Licht auf die medizinischen Praktiken des Weltverbands für Transgender-Gesundheit.
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Foto: IMAGO/xDimaberlinx (www.imago-images.de) | Interne Informationen eine "Think Tanks" lege nahe, dass der Weltverband für Transgender-Gesundheit (WPATH) Hormonbehandlungen und chirurgische Eingriffe wider besseres Wissen empfiehlt.

Empfiehlt der Weltverband für Transgender-Gesundheit (WPATH) Hormonbehandlungen und chirurgische Eingriffe wider besseres Wissen? Das legen interne Informationen nahe, die der US-amerikanische ThinkTank „Environmental Progress“ am Wochenbeginn veröffentlichte. Die durchgestochenen Dokumente lassen vermuten, dass WPATH-Mitglieder keine Rücksicht auf die langfristigen Folgen der sogenannten „affirmativen Behandlung“ für die Patienten nehmen, obwohl sie sich der schwächenden und potenziell tödlichen Nebenwirkungen von geschlechtsübergreifenden Hormonen und anderen Behandlungen bewusst sind. Die von WPATH entwickelten Behandlungsrichtlinien („Standards of Care“) dienen Ländern weltweit als Grundlage für die Behandlung von Patienten mit Geschlechtsdysphorie. 

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In Deutschland verantwortet das „Interdisziplinäre Transgender Versorungungscentrum Hamburg“ (Institut und Poliklinik für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf) die deutsche Fassung der „Standards of Care – Versorgungsempfehlungen für die Gesundheit von transsexuellen, transgender und geschlechtsnichtkonformen Personen“ der WPATH. Eine Anfrage der „Tagespost“ um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen blieb unbeantwortet.

Über Nebenwirkungen wird nicht aufgeklärt

Bei den durch die Journalistin Mia Hughes für „Environmental Progress“ auf 239 Seiten zusammengestellten „WPATH-Files“ handelt es sich vor allem um interne Gespräche zwischen WPATH-Mitgliedern sowie ein Video mit einer Podiumsdiskussion der Mitglieder. Hughes wirft den WPATH-Mitgliedern vor, die Öffentlichkeit und Patienten absichtlich falsch zu informieren. Sie seien sich bewusst, dass Kinder und Jugendliche die lebenslangen Folgen einer „geschlechtsangleichenden Behandlung“ nicht nachvollziehen können – geschweige denn, ihr Einverständnis geben – , und in einigen Fällen, aufgrund mangelnder Gesundheitskompetenz, auch deren Eltern nicht.

Die internen Dokumente zeigen, dass aufgrund von politischen Erwägungen über Folgen wie Unfruchtbarkeit, Krebserkrankungen und sonstige Nebenwirkungen bewusst nicht aufgeklärt wurde. Bei Patienten mit schweren psychischen Problemen wie Schizophrenie und dissoziativer Identitätsstörung und anderen Schwachstellen wie Obdachlosigkeit sei die Zustimmung zu hormonellen und chirurgischen Eingriffen vorausgesetzt worden.

Für den Präsidenten und Gründer von „Environmental Progress“ Michael Shellenberger handelt es sich bei den Behandlungsmethoden von WPATH um unwissenschaftliche und ohne das Einverständnis der Patienten durchgeführte Experimente auf mangelnder Evidenzbasis. „Die WPATH-Akten zeigen, dass das, was ‚Gender-Medizin‘ genannt wird, weder Wissenschaft noch Medizin ist“, so der Autor und Journalist.

"Die Kritiker hatten recht"

Auch die Menschenrechtsorganisation „ADF International“ hat sich mit den durchgesickerten Dateien auseinandergesetzt. Felix Böllmann, Leiter der europäischen Rechtsabteilung bei ADF International und Experte für Elternrechte, sagte: „Kein Kind wird im falschen Körper geboren. Es ist Aufgabe von Eltern und Gesellschaft, Kindern einen positiven Bezug zu ihrem Körper zu vermitteln – anstatt gefährliche und irreversible Geschlechtsumwandlungen als Lösung für jegliche Probleme darzustellen.“ Laut Böllmann seien bislang die WPATH-Standards als „fachliche“ Begründung für ideologisch getriebene Transitionen verwendet worden. Die neuesten Erkenntnisse aus den internen Dokumenten zeigten: „Die Kritiker hatten recht. Sie wurden nur intern sowie in der Öffentlichkeit mundtot gemacht und zensiert“. Daraus schlussfolgert er: „Ein vorbehaltloser transaffirmativer Ansatz ist ideologisch motiviert, mangels Evidenz für einen Nutzen unwissenschaftlich und schadet den Betroffenen.“

Weil sie sich weltweit für die Verabschiedung von „Selbstbestimmungsgesetzen“ einsetzt, müssten jetzt – so Böllmann – außerdem legislative Projekte wie das Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland gestoppt werden. Denn alle Menschen, aber vor allem Kinder, die sich mit ihrem biologischen Geschlecht unwohl fühlen, verdienten „eine mitfühlende, wirksame psychologische Betreuung. Doch Gender-Kliniken auf der ganzen Welt drängen sie – oft auf Basis der WPATH-Standards – in Richtung Transition.“

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José García ADF International Geschlechtsidentitätsstörungen

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