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Soziologe: Christen sollen sich Populisten entgegenstellen

Tomas Halik hält autokratische Tendenzen für die "größte Bedrohung der europäischen Einheit".
Das Kreuz – durch Instrumentalisierung verdunkelte Botschaft.
Foto: Yorgos Karahalis (AP) | Instrumentalisierung der Symbolik verdunkelt die christliche Botschaft.

Wenn rechte Politiker besonders in postkommunistischen Ländern wie Polen oder Ungarn zur Rückkehr zu "christlichen Werten" aufriefen und zugleich Angst vor Migranten und Muslimen verbreiteten, seien dies "nur leere Worte, welche die Machtansprüche der Populisten verhüllen sollen, sowie ihre Bemühungen, die parlamentarische Demokratie durch autokratische Systemen zu ersetzen", sagte der renommierte Wissenschaftler am Wochenende im österreichischen Wallfahrtsort Mariazell.

Kirche droht "fataler Verlust der Glaubwürdigkeit"

Er halte derlei Tendenzen derzeit für die "größte Bedrohung der europäischen Einheit und des gesamten Prozesses der europäischen Integration", so Halik weiter. Auch wenn sich populistische Politiker bemühten, Kirchenvertreter durch Versprechen von Privilegien auf ihre Seite zu ziehen, sollte sich die Kirche hüten, eine "eingetragene Partnerschaft" mit den Machthabern einzugehen, mahnte Halik. Die Folge könne für sie nur ein "fataler Verlust der Glaubwürdigkeit" sein, "beginnend mit dem Vertrauensverlust bei der Jugend und der Intelligenz und bei der großstädtischen Bevölkerung".

"Überraschend schnelle Säkularisierung"

In Polen, in Ungarn oder auch in der Slowakei sei diese Entwicklung heute schon feststellbar, mit dem möglichen Ergebnis einer "überraschend schnellen Säkularisierung auch von traditionell katholischen Ländern". Christen müssten stattdessen Mut haben, sich nationalen Egoismen entgegenzustellen und "ein klares Nein zu sagen zum Missbrauch des Christentums in der Rhetorik von Populisten".

Halik äußerte sich am Samstag auf einer internationalen Wallfahrt für eine gute Zukunft Europas. An der von der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde sowie der Christlichen Akademie Prag organisierten Veranstaltung nahmen rund 600 Menschen aus Österreich, Deutschland, Tschechien und Slowenien teil.

KNA / DT (jobo)

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Josef Bordat Christen Nationalisten Sudetendeutsche Säkularisation

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