Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Paris

Notre-Dame: Ermittler schließen Brandstiftung aus

Die vorläufige Untersuchung der Brandursache ist abgeschlossen. Hinweise, dass es sich bei dem Feuer im Dachstuhl der berühmten Pariser Kathedrale um Brandstiftung handelte, fanden die Ermittler nicht.
Vorläufige Ermittlungen zu Notre-Dame abgeschlossen
Foto: Thierry Mallet (AP) | „Es ist unmöglich, dass ein Zigarettenstummel der Grund für den Brand in Notre-Dame sein kann“, so das Bauunternehmen. Das Rauchverbot wurde jedoch nicht immer eingehalten.

Zweieinhalb Monate nach dem verheerenden Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist die vorläufige Untersuchung der Brandursache abgeschlossen. Dass es sich bei dem Feuer im Dachstuhl um Brandstiftung handelt, schließen die Ermittler aus. Man habe keine Hinweise auf kriminelle Aktivitäten finden können. Dies teilte die Pariser Staatsanwaltschaft jetzt mit.

Ermittler halten Kurzschluss für wahrscheinlich

Für wahrscheinlich halten die Ermittler weiterhin einen Kurzschluss – ausgelöst durch ein elektrisches Kabel oder einen der Lastenaufzüge an der Baustelle. Denkbar ist auch eine Verkettung mehrerer Nachlässigkeiten: So sollten eigentlich rund um die Uhr zwei Wächter in der Kathedrale patrouillieren. Als der Alarm losging, war nur einer dort. Zudem verging viel Zeit, ehe die Feuerwehr ausrückte, da das Sicherheitspersonal zunächst von falschem Alarm ausging.

Lesen Sie auch:

Darüber hinaus hatte die Gerüstbaufirma, die die Renovierungsarbieten am Dach der Kathedrale betreute, bereits im April eingeräumt, dass die Arbeiter das Rauchverbot nicht immer beachteten. Als Auslöser des Brandes könne dies jedoch nicht gelten: „Es ist unmöglich, dass ein Zigarettenstummel der Grund für den Brand in Notre-Dame sein kann“, so das Bauunternehmen.

Ermittler wegen "mutwilliger Sachbeschädigung" gehen weiter

Auch wenn die vorläufige Untersuchung des Brandes nun abgeschlossen ist, werden die Ermittlungen weitergehen – wegen „mutwilliger Sachbeschädigung“ und Verletzung der Sicherheitsvorschriften. Geleitet werden diese von drei Untersuchungsrichtern.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Maximilian Lutz Verbrechen und Kriminalität

Weitere Artikel

Hasskriminalität wird in Österreich immer jünger und digitaler. Religionsfeindlichkeit spielt dabei eine durchaus beachtete Rolle.
30.07.2026, 15 Uhr
Stephan Baier
Der Hate-Crime-Lagebericht des österreichischen Innenministeriums dokumentiert 133 Vergehen aus christenfeindlicher Motivation. Besonders häufig sind schwere Sachbeschädigungen.
28.07.2026, 13 Uhr
Meldung
Fälle von Angriffen auf christliche Gotteshäuser haben sich in den letzten Wochen gehäuft. Auch die Politik steht hier in der Pflicht, denn es geht ums Gemeinwohl.
28.05.2025, 19 Uhr
Franziska Harter

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig