Nach Abtreibungsurteil

US-Unternehmen sollen Abtreibungen weiter unterstützen

Hunderte Medienschaffende fordern große US-Unternehmen dazu auf, in Bundesstaaten mit restriktiven Abtreibungsgesetzen „Sicherheitsmaßnahmen“ für Schwangere zu garantieren.
Unterhaltungsindustrie und Abtreibungsdebatte
Foto: IMAGO/Reginald Mathalone (www.imago-images.de) | Für Angestellte in Staaten wie Georgia, Texas, Oklahoma oder Louisiana, in denen bereits sehr strikte Abtreibungsgesetze gelten, bestehe eine „Notlage“, heißt es in dem offenen Brief.

In der amerikanischen Unterhaltungsindustrie formiert sichimmer mehr Widerstand gegen das neue Urteil des Obersten Gerichtshofs in der Abtreibungsfrage. Nachdem sich in der vergangenen Woche bereits mehr als 400 TV-Produzentinnen und Moderatorinnen in einem Brief an Hollywood-Führungskräfte gewandt hatten, in dem sie in Bundesstaaten mit restriktiven Abtreibungsgesetzen „Sicherheitsmaßnahmen“ für Schwangere am Arbeitsplatz forderten, ziehen nun 594 männliche Kollegen nach. 

"Sicherheitskrise" am Arbeitsplatz

In einem weiteren Brief fordern sie „eine koordinierte und zeitige Antwort von unseren Arbeitgebern hinsichtlich der unmittelbaren Sicherheitskrise am Arbeitsplatz, die durch die Aufhebung von ,Roe vs. Wade‘ entstanden ist“. Der Zugang zu Abtreibung betreffe nicht nur „Menschen, die schwanger werden können. Er betrifft uns alle“, heißt es in dem knappen Schreiben. 

Lesen Sie auch:

Zu den Unterzeichnern zählen Namen wie J.J. Abrams, Jordan Peele, Greg Berlanti, Donald Glover, Aaron Sorkin, David E. Kelley, Taika Waititi oder Ryan Murphy. Zu den Adressaten gehören große Unternehmen wie Disney, Netflix, Apple, NBC Universal oder auch Amazon. Den ersten Brief der 400 weiblichen Kreativschaffenden hatten unter anderen Shonda Rhimes, Issa Rae, Natasha Lyonne, Ava DuVernay, Mindy Kaling und Elizabeth Meriwether unterzeichnet.

Die Kernthese des ersten Schreibens: Unternehmen in der Unterhaltungsbranche müssten Schutz- und Sicherheitsvorkehrungen für ihre Angestellten treffen, wenn diese in Bundesstaaten arbeiten, in denen Abtreibungen verboten sind oder der Zugang dazu stark eingeschränkt ist. Es sei „inakzeptabel, von jemandem zu verlangen, sich zwischen seinen Menschenrechten und seinem Anstellungsverhältnis zu entscheiden“, heißt es in dem Brief.

Keine Zuwendungen an Abtreibungsgegner

Für Angestellte in Staaten wie Georgia, Texas, Oklahoma oder Louisiana, in denen bereits sehr strikte Abtreibungsgesetze gelten, bestehe eine „Notlage“, heißt es weiter. Arbeitgeber müssten ihre Angestellten unter anderem dabei unterstützen, wenn sie für eine Abtreibung in andere Bundesstaaten reisen müssen. Zudem sollen sich die Unternehmen dazu verpflichten, alle finanziellen Zuwendungen an Kandidaten und Wahlkampforganisationen einzustellen, die Abtreibungen ablehnen.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Schwangerschaftsabbruch

Weitere Artikel

Konkurrenz belebt das Geschäft: Mit einem massiven Ausbau ihrer Mediatheken wollen die Öffentlich-Rechtlichen Netflix und Co. etwas Wasser abgraben.
12.07.2022, 15 Uhr
José García

Kirche

Papst Franziskus überreicht den renommierten Ratzinger-Preis an den französischen Dogmatiker Michel Fedou SJ und den Rechtsgelehrten Joseph Halevi Horowitz Weiler.
06.12.2022, 14 Uhr
Stephan Baier
Der Ton bei Kirchens wird rüder. Nun verschärft das Internetportal katholisch.de seine Netiquette und stellt Kriterien auf, über die man streiten kann.
03.12.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Die Gruppe, die zum kontinentalen europäischen Vorbereitungstreffen der Weltsynode nach Prag fahren soll, repräsentiert die deutschen Katholiken in keiner Weise.
02.12.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt
Nach russischer Empörung wurden die Internetseiten des Heiligen Stuhls attackiert. Auffällige Parallelen zum Hacker-Angriff auf das Europäische Parlament.
01.12.2022, 12 Uhr
Meldung
Der heilige Bernardo ist der Schutzpatron von Parma und wird von den Vallombrosianern nach dem heiligen Benedikt von Nursia und dem heiligen Giovanni Gualberti als ihr dritter Gründervater ...
03.12.2022, 21 Uhr
Claudia Kock