Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Nach Musk-Übernahme

Trump kehrt wohl nicht zu Twitter zurück

Er wolle seine eigene Plattform „TRUTH Social“ nutzen, so der Ex-Präsident. Konkurrenz sieht er in Twitter nicht.
Ex-Präsident Trump will seine eigene Plattform „TRUTH Social“ nutzen
Foto: Joe Maiorana (AP) | Ob das Nein des Ex-Präsidenten, der für eine weitere Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 gehandelt wird, endgültig ist, bleibt abzuwarten.

Seit Montag steht es fest: Für rund 44 Milliarden US-Dollar wird der Tesla-Gründer Elon Musk den Kurzmitteilungsdienst Twitter übernehmen. Mit dem überraschenden Deal zwischen der Social-Media-Plattform und dem Multimilliardär stellt sich auch die Frage, ob sich daraus unmittelbare Auswirkungen auf die amerikanische Politik ergeben: Besonders intensiv wird diskutiert, ob der ehemalige US-Präsident Donald Trump wieder auf Twitter zurückkehren könnte.

Anfang 2021 von Twitter verbannt

Trump selbst verneinte dies am Montag sogleich. Stattdessen wolle er den von ihm selbst ins Leben gerufenen Dienst „TRUTH Social“ nutzen. „Ich werde nicht zu Twitter gehen, sondern bei TRUTH bleiben“, erklärte der umstrittene republikanische Politiker gegenüber dem konservativen US-Sender „Fox News“. Er hoffe aber, dass Elon Musk Twitter kaufe, „um Verbesserungen einzuführen“. Er selbst wolle in der kommenden Woche damit beginnen, Beiträge auf „TRUTH Social“ zu posten – einen Vorgang, den Trump als „TRUTHing“ bezeichnete.

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Trump war Anfang 2021 im Zuge des Sturms auf das US-Kapitol in Washington durch einige seiner Anhänger dauerhaft von Twitter und anderen sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Snapchat verbannt worden. Twitter befand, Trump habe mit seinen Tweets zum gewaltsamen Protest angestachelt.  

Ehe sein Twitter-Account „@realdonaldtrump“ gesperrt wurde, folgten dem Ex-Präsidenten und Immobilien-Unternehmer mehr als 88 Millionen Nutzer. Während seiner Präsidentschaft, aber auch schon während seines Wahlkampfes, stellte Twitter für Trump das essenzielle Medium dar, auf dem er sich regelmäßig äußerte, damit ein Massenpublikum erreichte und die Agenda seiner Partei prägte. 

Trump: Keine Konkurrenz zu "TRUTH Social"

Ob das Nein des Ex-Präsidenten, der für eine weitere Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2024 gehandelt wird, endgültig ist, bleibt abzuwarten. Über eine mögliche Rückkehr Trumps zu Twitter war überhaupt erst spekuliert worden, nachdem Elon Musk die Plattform in der Vergangenheit wiederholt kritisiert und ihr übermäßige Zensur von Inhalten vorgeworfen hatte. In einer Stellungnahme zu seiner Übernahme erklärte Musk am Montag, freie Meinungsäußerung sei „das Fundament einer funktionierenden Demokratie“ und Twitter der digitale Markplatz, auf dem die bedeutenden Themen für die Zukunft der Menschheit diskutiert würden. Er wolle Twitter „besser als je zuvor“ machen und das „ungeheure Potenzial“ des Netzwerks freisetzen.

Trump indes erklärte gegenüber „Fox News“, er sehe in Musks Twitter-Übernahme keine Konkurrenz für sein eigenes Netzwerk „TRUTH Social“. Stattdessen sprach er von einer „positiven Entwicklung“ in der Social-Media-Landschaft. „Wir wollen Freiheit und Gerechtigkeit und Fairness in unserem Land, und je mehr davon offen zugänglich ist, desto besser“, so Trump.  

Der Dienst „TRUTH Social“ war im Februar als Gegenentwurf zu Twitter angelaufen, kam bislang jedoch nur schleppend aus den Startlöchern. Technische Probleme und ein vergleichsweise mäßiges Nutzerinteresse bescherten der Plattform in den ersten Wochen massive Probleme. Von Trump selbst gibt es bislang nur einen Post auf der Plattform: „Haltet euch bereit! Euer Lieblingspräsident wird euch bald sehen!“

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Maximilian Lutz Donald Trump

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