Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar zum Mariathon

3,8 Millionen Gründe, um katholisch zu bleiben

Der Spendenmarathon von Radio Horeb war ein Riesenerfolg. Von dem Kirchenverantwortliche nur lernen können.
Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Nigeria
Foto: Guido Horst | Der Stargast am Freitag: Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso aus Nigeria.

Die Dankmesse ist gefeiert, die Reliquien der heiligen Anna Schäffer sind wieder nach Mindelstetten verabschiedet, die Gäste aus Afrika abgereist. Als der Mariathon 2024 am Sonntag um 24 Uhr endete, war das Spendenbarometer bei 3.832.220 Euro stehen geblieben – 332.220 Euro mehr als angepeilt. Ein Riesenerfolg für die vielen Freiwilligen und die Hauptamtlichen in Balderschwang, die den Spendenmarathon über Wochen minutiös vorbereitet hatten, bevor dann am Freitag die Spendenanrufe begannen und schnell eine außerordentlich Bereitschaft der Hörerinnen und Hörer von Radio Horeb erkennen ließen, diese Solidaritätsaktion für die Sender der Weltfamilie von Radio Maria vor allem in Afrika, aber auch in Indien, Pakistan und Osteuropa mitzutragen.

Freude bei den afrikanischen Partnern

So können sie sich nun freuen, die Mitarbeiter von Radio Maria in Nigeria, Tansania und Südafrika. Allein die katholische Radioarbeit in Nigeria bekommt mit 1.150.000 Euro einen Riesenbatzen vom Kuchen der Gesamteinnahmen. Bisher handelt es sich um ein „vorläufiges Endergebnis“. Die Summe der eingenommenen Spenden dürfte die 3,8-Millionen-Grenze nochmals übersteigen, wenn auch die Gelder hinzugerechnet sind, deren Überweisung die Spender telefonisch nicht oder noch nicht durchgegeben haben. Drei Tage lang waren auf dem elektronischen Spendenbarometer immer nur die Spenden aufgeblinkt und addiert worden, die die Hörer per Anruf mitgeteilt hatten. Das Endergebnis dürfte noch höher liegen.

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In einer Zeit, in der man in katholischen Kreisen und im innerkirchlichen Raum von der großen Krise spricht, von Kirchenaustritten, vom Verlust der Masse und dem Verschwinden der Volkskirchen, in der Kirche im öffentlichen Bewusstsein kaum mehr eine Rolle spielt und nur noch in Erscheinung tritt, wenn wieder ein (Missbrauchs-)Skandal durch die Medien geht – in dieser Zeit ist der Mariathon von Radio Horeb wie ein Signal. Es gibt noch Menschen, denen ein „Leben mit Gott“ wichtig ist. 

„Leben mit Gott“

„Radio Horeb – Leben mit Gott“ stand in diesen Tagen auf den Jacken, die viele Ehren- und hauptamtliche in Balderschwang trugen. Es gibt noch Menschen, die ihre Hoffnung nicht darauf setzen, dass an den Altären noch ein wenig mehr Frauen zu sehen sind oder queere Paare sich in Kirchenräumen segnen lassen können. „Leben mit Gott“ – das ist vor allem das, was jetzt in Balderschwang zu erleben war: beständige eucharistische Anbetung, die Feier der Sakramente, konkret Messe und Beichte, Solidarität mit denen, die Hilfe brauchen. Vor allem aber eine Kirche, die missionarisch ist, die evangelisiert, den Glauben verkündet und ihn nicht zerredet. Und die der Vorsehung vertraut.

„Wer viel gibt, erhält mehr zurück“, sagt der Programmdirektor von Radio Horeb, Pfarrer Richard Kocher. So war es bei dem Radiosender von Anfang

an. Man hat gegeben, was man hatte – vor allem das Zeugnis des Glaubens –, und hat mehr erhalten, so dass man davon heute an die Radiostationen in fernen Ländern etwas abgeben kann. Jeder Euro, der in diesen tagen auf das Konto von Radio Horeb geflossen ist, ist ein Grund mehr, katholisch und missionarisch zu sein.

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