Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Christ sein, weil wir selber Gott lieben

Anfang Februar ist es soweit: die finnische Schriftstellerin Beile Ratut („Nachhall“, „Das schwarze Buch der Gier“) ist seit 100 Tagen Mitglied der orthodoxen Kirche.
Die Schriftstellerin Beile Ratut
Foto: un | Das Ziel sei die „Errettung der Seelen in die Ewigkeit, das Eintreten in das Königtum Gottes – nicht das sorglose Leben in Wohlbehagen“, so Beile Ratut.

Im Feuilleton der „Tagespost“ schildert die 48-jährige finnische Schriftstellerin Beile Ratut die theologischen Perspektiven, die ihr besonders wichtig sind: „Auf dem Weg der echten Nachfolge sieht ein Christ, wie sündig er wirklich ist, er wehrt jede verführende Selbsttäuschung, Halbwahrheit und Lüge immer wieder ab, darum ist das Wissen um die eigene Unzulänglichkeit das Fundament allen Gebets. Wir sind nicht deshalb Christ, weil Gott uns liebt, sondern weil wir selber Gott lieben. Wir sind Christ, weil wir dem danken, der uns heilt und die Tür zur Vollkommenheit und Heilung aufgemacht hat in seiner Person und für uns offen hält bis heute in und durch die Kirche.“

Die Kirche finden, die dient

Lesen Sie auch:

Die Herausforderung eines Christen in der heutigen Welt, so Beile Ratut, bestehe darin, „die Kirche zu finden, die dient, indem sie ihn durch die Mysterien und das kirchliche Leben der Anbetung und des Gebets mit der Gnade Gottes in Berührung bringt und so zu etwas anderen als zu einem Menschen macht – nämlich zu einem Christen.“ Auf diesem Weg dürfe man sich nicht abschrecken lassen. Das Ziel sei die „Errettung der Seelen in die Ewigkeit, das Eintreten in das Königtum Gottes – nicht das sorglose Leben in Wohlbehagen“. Und weiter: „Wo wir in unserer menschlichen Autonomie und der Befriedigung unserer Leidenschaften bestärkt werden, müssen wir also alarmiert sein!“

DT/mee

Wie sich die finnische Schriftstellerin Beile Ratut nach 100 Tagen in der orthodoxen Kirche fühlt und was ihr theologisch wichtig ist, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

Themen & Autoren
Redaktion Gott Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Religionswissenschaft

Weitere Artikel

Anstrengen muss man sich natürlich alleine. Aber in Prüfungssituationen sorgt ein Gebet für Ruhe und Klarheit.
30.06.2026, 07 Uhr
Mihael Iljazovic
Rom zeigt den heiligen Franziskus in der Kunst der Gegenwart. Im MAXXI-Museum wird er als Prophet für die Herausforderungen der Zukunft gefeiert. 
02.08.2026, 13 Uhr
Rocco Thiede
Was ist eigentlich die Geschichte? Erkennt der Mensch in ihr Sinn und kann er ihren Verlauf beeinflussen? – Auftakt zu einer Reihe über Geschichtsphilosophie.
01.06.2026, 15 Uhr
Sebastian Zellner

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser