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Göttliche Hilfe in großen Krisen

Ohne Kreuzesnachfolge keine Christen: Gertrud von Le Forts Novelle „Die letzte am Schafott“.
Gertrud von le Fort erzielte mit "Die letzte am Schafott" eine breite Wirkung
Foto: IN | Mit der Novelle "Die letzte am Schafott" erzielte Gertrud von le Fort eine breite Wirkung.

Auch wenn es leicht gesagt klingt, in Krisen soll man keine Angst haben. Das jedenfalls wollte wohl die Schriftstellerin Gertrud von le Fort mit ihrer bedeutendsten Novelle „Die Letzte am Schafott“ (1931) sagen. Die Geschichte in Briefform handelt von Karmelitinnen zur Zeit der französischen Revolution im Karmel von Compiègne. Die Revolution macht auch vor den Klöstern nicht Halt. Als der König enthauptet wird, fassen die Karmelitinnen einen Entschluss: Sie bieten Christus ihr Leben für die Errettung Frankreichs an. 

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Bogen zu großen Krisen

Es sollte die große Stunde des Karmel werden, denn der Eifer der Politiker führte nicht zur Rettung des Landes. Le Fort wollte zum Kern des Christentums, der totalen Hingabe, ihr ging es um die Seelenhaltung der Karmelitinnen. Nur die neu hinzugekommene Blanche hatte Todesangst. Hier schlägt Le Fort den Bogen zu allen großen Krisen, auch der heutigen. Blanche flieht zunächst, weil sie sich der Last des Opfergangs ihrer Mitschwestern nicht gewachsen fühlt. Doch als es zur Hinrichtung kommt, war sie unter ihnen, als letzte, die dann vom Mob erschlagen wurde. 

Vielfältige Rezeption

Die Wirkung dieser Geschichte war enorm, Georges Bernanos schrieb ein Drehbuch für den 1960 gedrehten Film „Opfergang einer Nonne“. Zuvor wurde das Manuskript auf der Bühne in Zürich aufgeführt und der Komponist Poulenc schrieb daraufhin das Libretto zu seiner Oper „Der Dialog der Karmelitinnen“, die 1957 an der Scala in Mailand aufgeführt wurde. Auch wenn die Schriftstellerin heute wenig bekannt ist, wird sie doch mit Franz Werfel oder Thomas Mann verglichen. DT/ari

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen Bericht über die Wirkungsgeschichte der Novelle "Die letzte am Schafott" von Gertrud von Le Fort.

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