Heidelberg

Forschungsantrieb: Religiös unmusikalisch

Vor hundert Jahren starb der Sozialwissenschaftler Max Weber. Der Volkswirt und Sozialwissenschaftler hat Forscher bis in unsere Tage beeinflusst,
Max Weber
Foto: Akg-Images (akg) | Der Volkswirtschaftler und Soziologe Max Weber als Professor in Heidelberg .

Max Weber (1864-1920) gilt noch immer als Schwergewicht auf dem Gebiet sozialwissenschaftlicher Theoriebildung. Auch führende Soziologen der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, wie Jürgen Habermas und Niklas Luhmann, haben sich auf ihn berufen. Wie schon bei Nietzsche ist auch bei Weber der Begriff der Werte wichtig, die er aber als subjektive Präferenzen aus der Forschung ausblenden will, um das Objektivitätsideal der Wissenschaft zu retten. Wie Professor Felix Dirsch in seinem Beitrag über Max Weber zeigt, kann die Wissenschaft „weder als Schiedsrichter zwischen Weltanschauungen, die als ,Götter' wiederkehren, fungieren noch Handlungsanweisungen zum richtigen Leben präsentieren. 

Ethik ist polytheistisch

Lesen Sie auch:

Die Ethik ist demnach nicht wissenschaftlich zu begründen; vielmehr kommt sie ,polytheistisch' daher.“  Man finde bei den großen moralischen Streitpunkten keinen Konsens, was die Auseinandersetzungen zwischen den Religionen belegten.

Auch die Legitimation der Herrschaftsformen ist ein großes Thema bei Weber, besonders die des charismatischen Machthabers. Weitere Schwerpunkte sind das Verhältnis von „Wirtschaftsethik und Religion“ - der Katholizismus übt nach Weber eher negative Einflüsse auf das Profitstreben aus. In der kirchlichen Verwaltung des Mittelalters sieht er bereits effiziente bürokratische Strukturen. Weber selbst sah sich als „religiös unmusikalisch“. 


DT/ari

Mehr über den Sozialwissenschaftler Max Weber, dessen Werk noch immer viel beachtet ist, erfahren Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Friedrich Nietzsche Gott Jürgen Habermas Max Weber Niklas Luhmann Soziologinnen und Soziologen Wirtschaftsethik

Weitere Artikel

Kirche

Bei zwei Begegnungen spricht sich der Papst für den Frieden und die Bekämpfung der Armut im Kongo aus. Hass und Gewalt seien niemals zu rechtfertigen, sagte er.
01.02.2023, 21 Uhr
José García
Man erhoffe sich von der Führung im Südsudan ein erneutes Bekenntnis zum Frieden und Bemühungen, das Friedensabkommen umzusetzen, so der Vatikanvertreter bei der UNO.
01.02.2023, 16 Uhr
Meldung
Mit heldenhafter Hartnäckigkeit hat Colombos Kardinal die Aufklärung der Oster-Anschläge vorangetrieben und die politische Klasse besiegt.
01.02.2023, 11 Uhr
Stephan Baier