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Der Erste Weltkrieg aus nächster Nähe

Insbesondere durch seine Kameraführung macht der Spielfilm „1917“ den Zuschauer zum unmittelbaren Zeugen des Geschehens.
Garcías Filmtipp: "1917"
Foto: François Duhamel / Universal Pi | Die britischen Soldaten Schonfield (George MacKay, rechts) und Blake (Dean-Charles Chapman) erhalten mitten im Grabenkrieg den Befehl, in Feindesgebiet vorzustoßen, um ein britisches Bataillon vor einer Falle der ...

Mitten im Grabenkrieg des Ersten Weltkriegs 1917 erhalten die britischen Soldaten Schonfield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) einen nahezu unmöglichen Auftrag: Sie sollen tief in Feindesgebiet eindringen, um einem Bataillon eine Nachricht zu überbringen. Von ihr hängt das Leben Hunderter ihrer Kameraden, unter denen sich auch Blakes Bruder befindet, ab. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Darüber hinaus droht von allen Seiten Gefahr. Denn es ist keineswegs sicher, dass sich alle deutschen Soldaten wirklich zurückgezogen haben. Zeitlich fällt die Handlung des Filmes demnach mit dem deutschen Rückzug zur sogenannten Siegfriedstellung im Frühjahr 1917 zusammen.

Besondere art der Aufnahme des Films

Das Besondere an „1917“ von Regisseur Sam Mendes und seiner Mit-Drehbuchautorin Krysty Wilson-Cairns besteht nicht so sehr in der Handlung als vielmehr in der Art, wie der Film aufgenommen wurde. Laut der Produktionsfirma nahm der bekannte Kameramann Roger Deakins, der nach zwölf Nominierungen für „Blade Runner 2049“ seinen ersten Oscar gewann, den ganzen Film in einem einzigen „Take“ auf.

 

Ob dies wirklich so stimmt – mindestens ein Schnitt ist deutlich zu erkennen – sei dahingestellt. Jedenfalls ist die Kamera immer nahe an den Protagonisten, wodurch der Film ungemein unmittelbar wirkt, was darüber hinaus von Thomas Newmans treibender Filmmusik unterstützt wird. Der Zuschauer hat dadurch keine Chance, sich vom Geschehen zu lösen. Er wird somit zum Zeugen eines überaus schmutzigen Krieges, in dem Hunger und Durst allgegenwärtig sind und der Tod überall lauert. Dass etwa ein Offizier plötzlich einen Nervenzusammenbruch erleidet, passt ins Bild eines Filmes, der die Sinnlosigkeit des Krieges auf überaus realistische Art und Weise verdeutlicht.

Hauptpreis bei den "Golden Globes"

„1917“ wurde am 6. Januar bei der Verleihung der „Golden Globes“ mit dem Hauptpreis als bestes Filmdrama ausgezeichnet. Sam Mendes gewann darüber hinaus den Preis für die beste Regie. Damit gilt „1917“ auch als aussichtsreicher Kandidat für die diesjährige Oscar-Verleihung.

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