Exklusives Interview

Sibylle Lewitscharoff: „Einen Tyrannenmord würde ich sofort begehen“

Im Interview erzählt die Büchner-Preisträgerin, warum sie einen Tyrannenmord legitimiert, was sie von der Orthodoxie hält und was sie am katholischen Glauben schätzt.
Sibylle Lewitscharoff im Gespräch mit "Die Tagespost"
Foto: Berliner Akademie der Künste via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Für das im Osterforum der kommenden Ausgabe der Tagespost erscheinende Interview traf die „Tagespost“ die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff in ihrer Berliner Wohnung.

Die preisgekrönte Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff hält einen Tyrannenmord für legitim. Durch den Tod des Tyrannen würde der Welt viel Leid erspart werden, meint die 67-Jährige im Gespräch mit der „Tagespost“. Dadurch wäre der Frieden wiederhergestellt.

Lewitscharoff: Orthodoxie ist "verkommene Religion"

Die Büchner-Preisträgerin hält Bestrafung für ein wichtiges Element in einer Gesellschaft. Andernfalls drohe „das Gefüge auseinanderzufallen“. Gerechtigkeit müsse unbedingt schon im Diesseits wiederhergestellt werden. „Wenn jemand so viel Schuld auf sich geladen hat, kann man nicht nur auf jenseitige Gerechtigkeit hoffen“, so Lewitscharoff. Dass sie noch einen Krieg in Europa miterleben würde, hätte sich die Autorin nicht vorstellen können. Ihre Erfahrungen mit der vergangenen Kriegsgeneration seien, dass die Menschen es leichter gehabt hätten, die verzeihen konnten.

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Die Orthodoxie nennt Lewitscharoff eine „verkommene Religion“. Zwar hätten die Orthodoxen „schöne Aspekte, zum Beispiel die Liturgie. Dafür bin ich sofort zu haben. Aber nicht für die Art, wie sie ihr Geld verdienen. Das ist ein Trauerspiel“.

Für das im Osterforum der kommenden Ausgabe der Tagespost erscheinende Interview traf die „Tagespost“ die Schriftstellerin in ihrer Berliner Wohnung. Obwohl die Autorin mit bulgarischen Wurzeln evangelisch ist, fühlt sie sich nach eigener Aussage zur katholischen Kirche hingezogen. An ihr schätze sie die zahlreichen Rituale, die sie in der protestantischen Kirche vermisse. Außerdem nehme sie bei Katholiken ein stärkeres Interesse und Gespür für Kunst und Literatur wahr.  DT/esu

Was Sibylle Lewitscharoff über die russische Invasion in der Ukraine denkt und warum sie Bestrafung als wichtiges Element für eine Gesellschaft erachtet, lesen Sie in der Osterbeilage der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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