Erfurt/Würzburg

Rechenschaft nach dem Tod? 45 Prozent glauben nicht daran

Eine Mehrheit von 45 Prozent der Deutschen glaubt nicht daran, nach ihrem Tod für ihr Leben im Positiven oder im Negativen zur Rechenschaft gezogen zu werden. Auch unter Katholiken glaubt eine Mehrheit nicht daran.
Petersplatz im Vatikan
Foto: Gregorio Borgia (AP) | Auf den höchsten Zustimmungswert trifft die Aussage noch in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen mit 29 Prozent. Am geringsten ist der Wert in der Gruppe der über 50-Jährigen mit 21 Prozent.

45 Prozent der Deutschen glauben nicht daran, dass sie nach ihrem Tod für ihr Leben im Positiven oder im Negativen zur Rechenschaft gezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen sind 24 Prozent der Befragten gegenteiliger Ansicht. 23 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen.

34 Prozent der Katholiken stimmen zu

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich glaube, dass ich nach meinem Tod für mein Leben zur Rechenschaft gezogen werde, egal ob im Guten oder im Schlechten.“ Auf den höchsten Zustimmungswert trifft die Aussage noch in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen mit 29 Prozent. Am geringsten ist der Wert in der Gruppe der über 50-Jährigen mit 21 Prozent. 

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Von den katholischen Befragten glauben 34 Prozent daran, dass sie nach ihrem Tod für ihr Leben zur Rechenschaft gezogen werden, egal ob im Guten oder im Schlechten. Doch auch bei den Katholiken ist eine relative Mehrheit von 36 Prozent gegenteiliger Ansicht. Von den Protestanten glauben sogar nur 26 Prozent, dass sie nach ihrem Tod für ihr Leben zur Rechenschaft gezogen werden. Eine relative Mehrheit von 41 Prozent tut dies nicht. Etwas anders verhält es sich bei den freikirchlichen Befragten: 41 Prozent von ihnen glauben, dass sie nach ihrem Tod für ihr Leben zur Rechenschaft gezogen werden. 34 Prozent tun dies nicht. Am stärksten verbreitet ist dieser Glaube bei den islamischen Befragten, die zu 46 Prozent daran glauben und zu 18 Prozent nicht.

Die Erhebung, für die 2.062 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 10. und dem 13. September befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Wähler der Union glauben mit 36 Prozent von allen Wählergruppen am häufigsten, dass sie nach ihrem Tod für ihr Leben zur Rechenschaft gezogen werden, egal ob im Guten oder im Schlechten. Darauf folgen Anhänger von SPD und AfD mit jeweils 24 Prozent. Bei Grünen-Wählern beträgt der Zustimmungswert 19 Prozent, bei FDP- und Linken-Wählern 18 Prozent.  DT/mlu

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