Erfurt/Würzburg

Mehrheit vermisst Sinn für Gemeinwohl

Drei Viertel der Deutschen vermissen den Sinn für das Gemeinwohl in der Gesellschaft, wie eine aktuelle Tagespost-Umfrage ergibt. Je älter die Befragten, desto häufiger teilen sie diese Einschätzung.
Gemeinwohl vor Eigenwohl
Foto: Sina Schuldt (dpa) | Von den katholischen Befragten 77 Prozent der Meinung, dass zu viele Menschen nur das Eigenwohl und nicht das Gemeinwohl im Blick haben.

Mehr als drei Viertel der Deutschen (76 Prozent) sind der Ansicht, dass zu viele Menschen nur das Eigenwohl und nicht das Gemeinwohl im Blick haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen sind nur zwölf Prozent der Befragten gegenteiliger Ansicht. Zehn Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen.

Über 60-Jährige stimmen zu 84 Prozent zu

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Zu viele Menschen haben nur das Eigenwohl und nicht mehr das Gemeinwohl im Blick.“ Mit zunehmendem Alter steigt auch die Zustimmung zur Aussage. Während bei den 18- bis 29-Jährigen noch 66 Prozent zustimmen, sind es bei den 30- bis 39-Jährigen bereits 70 Prozent. Bei den 40-bis 49-Jährigen beträgt der Wert 74 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen stimmen 75 Prozent zu. Am höchsten ist die Zustimmung schließlich bei den über 60-Jährigen mit 84 Prozent.

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Von den katholischen Befragten 77 Prozent der Meinung, dass zu viele Menschen nur das Eigenwohl und nicht das Gemeinwohl im Blick haben. 11 Prozent von ihnen sind gegenteiliger Ansicht. Von den Protestanten stimmen 81 Prozent der Aussage zu. Unter freikirchlichen Befragten liegt die Zustimmung bei 76 Prozent.

Die Erhebung, für die 2.101 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 08. und dem 11. Oktober befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Am häufigsten geben Wähler der Linken, der SPD und der Grünen an, dass zu viele Menschen nur das Eigenwohl und nicht das Gemeinwohl im Blick haben (82 bis 84 Prozent). Darauf folgen Anhänger der Union mit 77 Prozent, AfD-Wähler mit 73 Prozent und FDP-Anhänger mit 69 Prozent.  DT/mlu

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