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George Weigel warnt vor „Fortschritt“ in Richtung „kirchliches Nichts“

Es ist eher Apostasie als Schisma. Im Interview sprich der Theologe George Weigel über den Zustand der Kirche in unseren Tagen.
US-Theologe George Weigel
Foto: Courtesy Everett Collection via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | US-Theologe George Weigel spricht im Interview über die Kirchenkrise.

Der US-amerikanische Kirchen-Experte George Weigel sieht in Deutschland und Belgien „weniger ein ,Schisma‘ als einen Glaubensabfall: eine Weigerung, an die Autorität und bindende Kraft der göttlichen Offenbarung zu glauben“. Im Gespräch mit der „Tagespost“ kritisiert der 71-Jährige: „Wir wissen nicht mehr als Gott darüber, was menschliches Gedeihen, Glück und Seligkeit ausmacht. Aber zu viele ,fortschrittliche Katholiken‘, einschließlich der Bischöfe, scheinen zu glauben, dass wir das wissen. Der einzige ,Fortschritt‘, den dieser Glaubensabfall ermöglicht, ist jedoch der Fortschritt in Richtung kirchliches Nichts. Das ist eine seltsame Vorstellung von ,Fortschritt‘.“  

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Authentische Lehre

Weigel, der mit einer Johannes Paul II.-Biographie international bekannt wurde, sieht eine lebendige Kirche „in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara, in Nordamerika, in den Erneuerungsbewegungen, die in Europa zu beobachten sind“; dies sei darauf zurückzuführen, dass dort „die Ortskirchen die authentische Lehre des Konzils, wie sie von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. definiert wurde, angenommen haben“. Eine sterbende Kirche nimmt Weigel dagegen „in Deutschland, Belgien und anderswo“ wahr, „überall dort, wo das Konzil als Aufforderung missverstanden wird, den Katholizismus als eine neue Form des liberalen Protestantismus neu zu erfinden, eine Kirche des ,Woke-Zeitgeistes‘.“ Warum „ansonsten intelligente Menschen dies wollen“, entziehe sich seinem Verständnis, so Weigel, denn „der liberale Protestantismus ist überall auf der Welt ein totaler Fehlschlag, und der Woke-Zeitgeist zerstört die moralisch-kulturellen Grundlagen der westlichen Demokratie“.   DT/ mee

George Weigel über die lebendige und sterbende Kirche. Lesen Sie das ganze Interview in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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