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Die Berlinale lädt AfD-Politiker aus

Als Grund gibt die Leitung an, „das Engagement für eine freie, tolerante Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus“ gehöre „zur DNA der Berlinale“.
Die Berlinale-Chefs Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian
Foto: IMAGO/Sabine Gudath (www.imago-images.de) | Mit der Ausladung der AfD wolle die Berlinale „eine klare Position beziehen“ – „in Zeiten, in denen rechtsextreme Personen in die Parlamente einziehen“.

Die Leitung der 74. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale), die vom 15.-25. Februar stattfinden, hat beschlossen, bereits eingeladene AfD-Politiker wieder auszuladen. In einer am Donnerstagabend verbreiteten Pressemitteilung heißt es, nach einer intensiven Diskussion „in den redaktionellen und sozialen Medien sowie im Team der Berlinale über die Einladungen von AfD-Politiker*innen zur Eröffnung der Berlinale“ sei die Berlinale-Leitung zu dem Entschluss gekommen, „die zuvor eingeladenen fünf AfD-Politiker*innen auszuladen.“

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Die Pressemitteilung zitiert wörtlich das Leitungsduo der Berlinale, Mariëtte Rissenbeek und Carlo Chatrian mit den Statement: „Gerade auch angesichts der Enthüllungen, die es in den vergangenen Wochen zu explizit antidemokratischen Positionen und einzelnen Politiker*innen der AfD gab, ist es für uns – als Berlinale und als Team – wichtig, unmissverständlich Stellung zu beziehen für eine offene Demokratie. Wir haben daher heute alle zuvor eingeladenen AfD-Politiker*innen schriftlich ausgeladen und sie darüber informiert, dass sie auf der Berlinale nicht willkommen sind.“

Ansichten, „die den Grundwerten der Demokratie zutiefst widersprechen“

Laut der Pressemitteilung vertreten „die AfD und etliche ihrer Mitglieder und Abgeordneten“ Ansichten, „die den Grundwerten der Demokratie zutiefst widersprechen“. Darunter zählt die Berlinale-Leitung „Forderungen nach einer homogenen Gesellschaft, nach Zuwanderungsrestriktionen und Massenabschiebungen, homophobe und queerfeindliche oder rassistische Äußerungen bis hin zu schlimmem Geschichtsrevisionismus und klarem Rechtsextremismus“. Alle solchen Ansichten „findet man bei der AfD“, heißt es darin.

Zur DNA der Berlinale gehöre das Engagement für eine freie, tolerante Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus; dies sei „durch den aktuellen Diskurs (…) noch einmal ganz deutlich“ geworden. Die Berlinale engagiere sich „seit Jahrzehnten für demokratische Grundwerte und gegen jede Form von Rechtsextremismus. Dafür stehen das Filmprogramm und die Berlinale als Kulturinstitution.“ Das Festival habe wiederholt darauf hingewiesen, „dass es mit Sorge beobachtet, wie Antisemitismus, antimuslimische Ressentiments, Hassreden und andere antidemokratische und diskriminierende Haltungen in Deutschland zunehmen.“

Mit der Ausladung der AfD wolle die Berlinale „eine klare Position beziehen“ – „in Zeiten, in denen rechtsextreme Personen in die Parlamente einziehen“. Die Pressemitteilung schließt mit den Worten: „Die Diskussion zum Umgang mit Politiker*innen der AfD betrifft auch viele andere Organisationen und Festivals. Diese Debatte muss gesamtgesellschaftlich und gemeinsam mit allen demokratischen Parteien geführt werden.“  DT/jg

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