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Ein guter Hirte für die Pfarrei

Ein lebloser Neugeborener wurde auf Fürsprache des seligen Salvador Valera Parra gesund. Dieser hingebungsvolle Seelsorger wollte schon als Kind Priester werden.
Salvador Parra
Foto: IN | Salvador Parra wurde am 27. Februar 1816 im andalusischen Huércal-Overa in einer Bauernfamilie geboren und 1940 zum Priester geweiht.

Am 14. Januar 2007 wurde in Pawtucket im US-Bundesstaat Rhode Island ein Junge durch einen Notkaiserschnitt auf die Welt geholt, der aufgrund von Komplikationen während des Geburtsvorgangs kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Die Atmung hatte ausgesetzt, es war kein Puls zu spüren; Wiederbelebungsversuche waren erfolglos. Der zuständige Arzt sprach ein Stoßgebet zum Ehrwürdigen Diener Gottes Salvador Valera Parra, der in seiner Heimatstadt Huércal-Overa sehr verehrt wurde, und ging dann den Krankenhausflur hinunter, um den Eltern des Jungen die Todesnachricht zu überbringen. Plötzlich wurde er zurückgerufen: Der Neugeborene hatte zu atmen und sein Herz zu schlagen begonnen. Auch die Befürchtung, dass er durch den langen Sauerstoffmangel bleibende Schäden davontragen würde, bestätigte sich nicht: Tyquan Hall – so der Name des Jungen – begann mit 18 Monaten zu sprechen, mit zwei Jahren zu laufen und wuchs zu einem gesunden Kind heran. Am 7. Februar wohnte der mittlerweile 19-Jährige der Seligsprechung von Salvador Valera Parra bei, die Papst Leo XIV. nach Anerkennung dieses Wunders in die Wege geleitet hatte.

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Salvador Valera Parra wurde am 27. Februar 1816 im andalusischen Huércal-Overa in einer Bauernfamilie geboren und fühlte sich schon als Kind zum Priester berufen. Mit elf oder zwölf Jahren nahm eine Tante, Priorin eines Kapuzinerinnenklosters in Murcia, ihn bei sich auf. In einem dem Kloster angeschlossenen Zimmer führte er ein asketisches Leben, während er gleichzeitig das Priesterseminar der Stadt besuchte. Am 24. März 1840 wurde er in Alicante zum Priester geweiht. Als Geste der Dankbarkeit gegenüber seiner Tante, ihrer Gemeinschaft und allen Wohltätern feierte er seine erste Messe bei den Kapuzinerinnen in Murcia.

Anschließend diente Salvador Valera Parra neun Jahre lang in seinem Heimatort Huércal-Overa, wo er sich vor allem um die Seelsorge der armen Landbevölkerung kümmerte, und wurde 1849 in das ebenfalls ländlich geprägte Alhama de Murcia versetzt. Als Zeichen seiner selbst gewählten Armut wohnte er dort in einer Scheune neben der Kirche statt in einer komfortableren Wohnung. Er kümmerte sich mit Hingabe um die Verkündigung des Evangeliums und das geistliche Wachstum der Menschen seiner Pfarrei. Als er den Ort im Mai 1851 wieder verließ, um nach Huércal-Overa zurückzukehren, begleiteten ihn viele von ihnen unter Tränen auf seinem Weg.

Sein Wunsch: bei seiner Mutter sein

Ab 1864 verbrachte er vier Jahre in der Hafenstadt Cartagena, wo ihm eine große Pfarrei und viel Verantwortung anvertraut wurde. Auch hier war er selbstlos im Einsatz für die Menschen: Als 1865 eine Cholera-Epidemie ausbrach, lief er unermüdlich durch die Straßen, um Kranke zu besuchen, Sakramente zu spenden und Notleidende zu unterstützen, oft unter Gefahr für seine eigene Gesundheit. Als Dank für seine unersetzliche Hilfe schenkte die Stadt ihm einen silbernen Kelch, und als der spanische Ministerpräsident Juan Prim im Jahr 1868 Cartagena besuchte, lobten die Autoritäten den Einsatz des Pfarrers so sehr, dass Prim ihm versprach, er wolle ihm einen Wunsch erfüllen.

Salvador Valera Parra hatte nur einen Wunsch: Er wollte in seinen Heimatort zurückkehren, um seine alte Mutter unterstützen zu können. So kehrte er nach Huércal-Overa zurück, wo er die letzten zwei Jahrzehnte seines Lebens verbrachte, in demütigem Dienst als guter Hirte für seine Pfarrei. Sein Bischof stellte ihn den Priesteramtskandidaten als Vorbild hin: Sie sollten auf Pfarrer Salvador Valera Parra wie in einen Spiegel blicken; auch er selbst als Bischof würde dies tun.

1885 gründete Salvador Valera Parra ein Altenheim in seiner Pfarrei, das er einem Schwesternorden anvertraute. Er schlief am 15. März 1889 im Alter von 73 Jahren friedlich ein und wurde auf Wunsch seiner Pfarrmitglieder in der Pfarrkirche beigesetzt. Die Seligsprechung, die nach der Anerkennung des eingangs erwähnten Wunders jetzt gefeiert werden konnte, war dem Ort immer ein großes Anliegen gewesen; an seinem Geburtstag wurde in jedem Jahr eine besondere Messe gefeiert. Wohl aus diesem Grund wählte man den 27. Februar als seinen liturgischen Gedenktag.

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Claudia Kock Bischöfe Leo XIV. Pfarrer und Pastoren Priesterseminare

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