Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Feuilleton

Den Dialog auch mit Nichtgläubigen fördern

Benedikt XVI. sah die philosophischen Vorzeichen seines Pontifikats als eine Grundlage christlicher Verkündigung.
Papst Benedikt XVI. sah die Wahrheit in Gott als personal zu finden an.
Foto: e (OSSERVATORE_ROMANOA) | Papst Benedikt XVI. sah die Wahrheit in Gott als personal zu finden an.

Auch wenn Benedikt XVI. mehr Theologe als Philosoph war, lassen sich doch seine philosophischen Positionen genau angeben. Drei Themen sind dabei von besonderer Relevanz: Die Kritik am Relativismus, die Notwendigkeit des Wahrheitsbezugs und des öffentlichen Vernunftgebrauchs sowie die Rückbesinnung auf die Naturphilosophie.

Hörendes Herz üben

Obwohl dem Menschen die Suche nach der Wahrheit immer aufgegeben ist diktiert der Relativismus doch das Ende der Wahrheitssuche und das Verbleiben in einer beliebigen Vielheit des Pluralismus. Eng mit dem Relativismus ist die Notwendigkeit des Wahrheitsbezugs verbunden. Für den emeritierten Papst war die Wahrheit personal in Gott zu finden, die selbst ewig und unwandelbar ist. Der Mensch ist nicht nur wahrheitsfähig, sondern muss sich mit dem „hörenden Herz“ immer wieder darin üben.

 

 

Mit dem hörenden Herzen vollzieht sich der Übergang zum dritten Punkt, der Rückbesinnung auf die Naturphilosophie. Damit war der Bezug auf das Sein gemeint, das uns gegeben sei. Benedikt sprach dem entsprechend auch 2011 im deutschen Bundestag von der „Ökologie des Menschen“ – zur Natur zählte er auch die natürliche, naturgegebene Vernunft. 

Mit Nichtgläubigen im Dialog

Mit den philosophischen Vorzeichen seines Pontifikats konnte Benedikt XVI. den Dialog zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen auf der Basis natürlicher Vernunft herstellen, was er als eine zentrale Aufgabe christlicher Verkündigung ansah. DT/ari

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost einen Bericht über die Philosophie von Papst Benedikt XVI.

Themen & Autoren
Benedikt XVI. Christentum Deutscher Bundestag Päpste

Weitere Artikel

Beziehung, Körper und Sprache: Die Gefahr droht nicht durch superintelligente Systeme, die die Macht übernehmen. Dritter und letzter Teil der Tagespost-Serie „Person, Tier und KI“.
09.01.2026, 19 Uhr
Johannes Hattler
Gegenwärtig belegt die politische Linke alles, was ihr nicht in den politischen Kram passt, mit unterkomplexen Bannsprüchen. Gerade für Katholiken ist dies nichts Neues.
17.08.2025, 19 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting