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Berlin: Kritik am neuen Feiertag

In Berlin wird heute gefeiert: Der Weltfrauentag ist dort erstmals arbeitsfrei.
Internationaler Frauentag - In Berlin arbeitsfrei
Foto: Sergei Grits (AP) | Internationaler Frauentag - in Berlin arbeitsfrei. Doch nicht alle feiern.

Es ist ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik: Der Frauentag ist in einem Bundesland, nämlich Berlin, arbeitsfrei. Damit geschieht etwas, das ebenfalls neu ist: Während der Rest der Republik arbeitet, haben die Hauptstädter heute frei. Doch die Freude ist nicht ungetrübt. In einem Interview mit dem „Domradio“ (Köln) äußert sich der Pressesprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, kritisch zu diesem neuen Feiertag.

Kampftag mit sozialistisch-kommunistischem Hintergrund

Der Frauentag, so Förner, sei „ein alter Kampftag aus dem sozialistisch-kommunistischen Hintergrund, der im Osten nach wie vor gefeiert wird“. Daher habe die Linkspartei ihn für Berlin durchzusetzen versucht, nachdem deutlich wurde, dass der Reformationstag, der im Zuge des Reformationsjubiläums 2017 in Berlin arbeitsfrei gewesen ist, nicht als Feiertag beibehalten werden soll. Man wollte in Berlin schlicht keinen weiteren religiös motivierten Feiertag,

Reformationstag erinnert an Ereignis von größter kulturgeschichtlicher Bedeutung

Für Förner wäre „der Reformationstag die erste Wahl gewesen“. Und das nicht nur aus pragmatischen Gründen („weil dieser Tag um uns herum in Brandenburg auch Feiertag ist“), sondern wegen der Ereignisse, an die dabei gedacht wird: „Hinter dem Feiertag steht etwas Größeres. Die evangelische Kirche hat immer argumentiert, dass er vom Ursprung evangelisch und damit christlich ist. Aber er hat auch eine größere Bedeutung. Dafür muss man sich nur etwa anschauen, was Luther für die deutsche Sprache geleistet hat. Das ist etwas, was man auch als Nicht-Christ anerkennen und wahrnehmen kann“, so Förner.

Erzbischof Heiner Koch gegen Weltfrauentag als Feiertag

Kritisch hatte sich zuvor bereits der Berliner Erzbischof Heiner Koch geäußert. Gegenüber dem RBB bekräftigte er das Votum der Kirche für den Reformationstag. Er sieht die Kirche durch die Berliner unterstützt, wie Stefan Förner betont: „Ich denke, er weist zurecht darauf hin, dass man immer schauen sollte, wie die Stimmung in der Bevölkerung ist. Ganz viele waren laut Umfragen für den Reformationstag.“

DR / DT (jobo)

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