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Journalismus: Hartnäckige Recherche erwünscht

Der Pressesprecher des Erzbistums Berlin äußert sich im Gespräch mit der „Tagespost“ zum Verhältnis von Kirche und Medien, zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel und nennt sein liebstes Gebet.
Pressesprecher des Berliner Erzbistums mahnt zu sorgfältiger Recherche
Foto: Peter Kneffel (dpa) | Stefan Förner, Pressesprecher des Erzbistums Berlin, sieht die Presse bedroht durch eine schleichende Entwertung. Kostenlose Angebote würden mehr und mehr selbstverständlich, dabei habe alles seinen Preis.

Um das Verhältnis zwischen Kirche und Medien zu verbessern, braucht es weniger Geheim-Sekretäre und mehr Hintergrundgespräche. Dieser Ansicht ist Stefan Förner, Pressesprecher des Erzbistums Berlin. Zudem müsse man wohlwollend zur Kenntnis nehmen, „dass die Zahl derer, die einen Prälaten von einem Protonotar unterscheiden können, tendenziell rückläufig ist“, so Förner im Gespräch mit der „Tagespost“.

Weltanschaulicher Hintergrund spielt stets eine Rolle

Bei der journalistischen Arbeit spiele der weltanschauliche Hintergrund stets eine Rolle. Niemand könne diesen ausblenden, weder Fragender noch Antwortender, so Förner. „Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig Rechenschaft darüber abzulegen, was man glaubt, wovon man überzeugt ist und wofür man steht.“ Grundsätzlich sieht der Pressesprecher die Presse bedroht durch eine schleichende Entwertung. Kostenlose Angebote würden mehr und mehr selbstverständlich, dabei habe alles seinen Preis. Förner betont zudem, wie wichtig eine gründliche und sorgfältige Rechereche sei. „Ich freue mich über Journalisten, die mir mit Nachfragen Arbeit und Mühe machen, die hartnäckig bleiben in ihrer Recherche.“

Auf die Frage, welche Botschaft er als Papst zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel an die Welt richten würde, antwortet Förner: „Wenn ich Papst wäre, würde ich keine Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel an die Welt richten.“ Stattdessen würde er alle Jahre wieder fordern, aus politischen oder fadenscheinigen Gründen inhaftierte Journalisten freizulassen. „Ich würde für die beten, die wegen ihrer Berichterstattung eingeschüchtert, verprügelt oder gar getötet wurden.“

Förner: "Erlebe mich häufig als beschenkt, durch ein freundliches Wort, ein Lächeln"

Förner geht gegenüber der „Tagespost“ auch auf seinen persönlichen Glauben ein: „Ich erlebe mich häufig als beschenkt, durch ein freundliches Wort, ein Lächeln, einen schönen Abend, eine spontane Unterstützung oder durch Nachsicht für meine Unzulänglichkeiten, beschenkt von Familie, Kollegen, Nachbarn und Freunden.“ Beschenkt fühle er sich aber auch, wenn etwas nicht klappt, „wofür ich gar nichts kann, dass meine Kinder gesund sind, beschenkt, dass sich eine Entscheidung als richtig herausgestellt hat, ohne dass ich wirklich alles vorher in Betracht ziehen konnte“. Daher sei sein liebstes und kürzestes Gebet: „Gott sei Dank!“

DT

Worüber nach Ansicht Förners in den Medien ausführlicher berichtet werden müsste, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 06. Dezember 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

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