Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vatikanstadt

Synodaler Weg: Wilmer will Neuevangelisierung diskutieren

Der eigentliche Auftrag der Kirche bleibe von Themen wie der priesterlichen Lebensform, Sexualität und der Rolle der Frau unberührt, so der Hildesheimer Bischof. Im Zentrum stehe die Botschaft Jesu.
Bischof Heiner Wilmer zum "Synodalen Weg"
Foto: Holger Hollemann (dpa) | Dem Vorschlag, beim "Synodalen Weg" auch über Neuevangelisierung zu sprechen, könne er viel abgewinnen, so Wilmer im Gespräch mit der vatikanischen Nachrichtenplattform „Vatican News“.

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer plädiert dafür, dass sich der sogenannte „Synodale Weg“ auch mit dem Thema „Neuevangelisierung“ auseinandersetzt. Dem Vorschlag, ein Forum über die Erneuerung des Glaubens zu veranstalten, könne er viel abgewinnen, so Wilmer im Gespräch mit der vatikanischen Nachrichtenplattform „Vatican News“.

Eigentlicher Auftrag bleibt von Themen des "Synodalen Wegs" unberührt

Lesen Sie auch:

Themen wie den Umgang mit Macht, Partizipation, Bewertung der Sexualität, priesterliche Lebensform und die Rolle der Frau müsse man zwar auch angehen. Von außen wahrgenommen seien das jedoch zunächst Themen, „die die kirchliche Struktur und daher eher eine Binnensicht betreffen. Sie sind wichtig für die Wahrhaftigkeit, aber unser eigentlicher Auftrag bleibt davon unberührt“.

Im Zentrum, so Bischof Wilmer, stehe die Botschaft Jesu. „Wie gehen wir auf die Menschen zu, wie sind wir bei den Menschen, wie sind wir vor allem bei den jungen Menschen, wo sind wir bei älteren und vereinsamten Menschen, wo sind wir bei Migranten, bei Menschen, die in Not sind, wo sind wir bei jenen, die sich sehnen nach Tiefe und Spiritualität?“ Das sei der eigentliche Auftrag der Kirche.

Missbrauch als "Nagelprobe" fürs Bischofsamt

Das Thema „Missbrauch“ bezeichnete Wilmer als „Nagelprobe“ für sein Bischofsamt. Zwischendurch habe er „Angst und Sorge“ gehabt, auf das Thema festgelegt zu werden. Inzwischen sei er aber guter Dinge, so der Bischof, „weil wir alles massiv umgestellt haben. Wir haben Leute von außen angeworben, wir haben den männerbündlerischen Kreis durchbrochen, wir haben Fachleute angeworben, wir haben dezentrale Kreise aufgestellt, wir arbeiten mit der Staatsanwaltschaft zusammen, wir arbeiten praktisch nur noch mit Leuten von außen zusammen, die nicht auf der Gehaltsliste des Bistums stehen“.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Redaktion Bischof Jesus Christus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Vatikan Vatikanstadt

Weitere Artikel

Sie ist Pilgerzeichen und Delikatesse: die Jakobsmuschel. Doch warum trägt sie eigentlich den Namen des heiligen Jakobus?
08.05.2026, 09 Uhr
Andreas Drouve
Rückblick auf eine Nachtwache in der Passionszeit: Nachtwache zum Karfreitag. Es prägt bis heute.
28.04.2026, 07 Uhr
Max Maletzki

Kirche

Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier