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Theologe Menke: Kein Spielraum beim Frauenpriestertum

Kardinal Woelki hält eine Priesterweihe für Frauen für unmöglich. Der Dogmatiker Karl-Heinz Menke teilt diese Sicht.
Karl-Heinz Menke, Mitglied der Internationalen Theologenkommission
Foto: Elisabeth Rahe (KNA) | Karl-Heinz Menke, Mitglied der Internationalen Theologenkommission.

Der Dogmatiker Karl-Heinz Menke, emeritierter Professor für Dogmatik und theologische Propädeutik an der Universität Bonn, gibt dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki theologische Rückendeckung.

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Jesus war ein Mann

In einem Interview mit dem "Domradio" erläutert Menke, warum es der Kirche nicht möglich ist, Frauen zum Priesteramt zuzulassen. "Der göttliche Logos ist, wie Kardinal Woelki in seiner Predigt sagt, das Wort Gottes, durch das alles erschaffen wurde und das personal (hypostatisch) identisch ist mit dem Mann Jesus", so Menke. Daraus folge, dass Frauen "nicht das 'Voraus' und  das 'Gegenüber' des Logos gegenüber der Schöpfung, gegenüber Israel und gegenüber der Kirche repräsentieren" können.

Das Lehramt ist eindeutig und verbindlich

Menke verweist ferner darauf, dass das apostolische Schreiben "Ordinatio sacerdotalis", in dem das Priesteramt der Frau ausgeschlossen wird, im höchsten Grad der Verbindlichkeit stehe. Die Kongregation für die Glaubenslehre antwortete am 28. Oktober 1995 auf Zweifel, ob die in "Ordinatio sacerdotalis" vorgelegte Lehre als endgültig anzusehen und zum Glaubensgut gehörend zu betrachten sei, mit "Ja". Damit, so Menke, sei die Frage "ein für alle Mal beantwortet". Der Dogmatiker fügt an: "Die von einigen deutschen Theologen geäußerte Annahme, der Papst habe den Ausschluss der Frau vom Sakrament des Ordo zwar bekräftigt, aber doch nicht dogmatisiert, ist schlicht falsch."

Das Priesteramt ist christologisch zu verstehen, nicht soziologisch

Das eigentliche Problem liege, so Menke, jedoch viel tiefer. Es gehe um den Kern des Glaubens, das Verständnis Jesu Christi: "Man muss das Thema 'Frauenpriestertum' aus der politisierten Ecke der Gender- und Menschenrechtsdebatten in die Mitte der Christologie holen. Denn wie mir scheint, wird der wieder lauter werdende Ruf nach dem Frauenpriestertum nicht nur angeheizt von Gender-  und Menschenrechtsdebatten. Es besteht auch ein Zusammenhang mit der Relativierung des Inkarnationsglaubens durch die Trennung des historischen Jesus vom Christus des Glaubens und durch die Pluralistische Religionstheologie."

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Dort, wo Jesus "nur die Funktion eines Lehrers oder Religionsgründers zugesprochen" werde, so der Theologe, sei Jesus "nicht mehr die Offenbarkeit des göttlichen Logos". Erst nach diesem Schritt ist es überhaupt möglich, das Priestertum  "nicht mehr [als] Sakrament, sondern nur noch [als] Funktion" zu betrachten.

DT/jobo/DR

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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