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Serbiens Orthodoxie gegen Gleichstellung homosexueller Paare

Neuer Patriarch Porfirije lässt erstmals Distanz zur Regierung in Belgrad erkennen.
Serbiens Orthodoxie zur Homo-"Ehe"
Foto: Marcus Brandt (dpa) | Serbiens Bischöfe äußerten sich damit einverstanden, dass bestimmte Personen- und Eigentumsrechte auch gleichgeschlechtlichen Paaren eingeräumt werden.

Als „inakzeptabel“ lehnt die serbisch-orthodoxe Kirche einen Gesetzesentwurf der Regierung in Belgrad ab, der auf eine weitgehende rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit der Ehe zielt. Das oberste Bischofsgremium der serbischen Orthodoxie, der Heilige Synod, erklärte, der Gesetzesentwurf widerspreche dem Evangelium Christi und der „allgemeinen Erfahrung und Praxis der Kirche, auf denen unser serbisches Volk sowie die gesamte europäische Zivilisation spirituell und moralisch beruhen“. Eine Gleichsetzung homosexueller Partnerschaften mit Ehe und Familie sei unzulässig, „da dies die eheliche Vereinigung als christlichen und gesetzlich geschützten Wert diskriminiert“.

Bislang weder Ehe noch eingetragene Partnerschaft

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Bisher steht in Serbien gleichgeschlechtlichen Paaren weder die Ehe noch ein Rechtsinstitut der eingetragenen Partnerschaft offen. Die serbische Ministerpräsidentin Ana Brnabic bekennt sich jedoch offen zu ihrer lesbischen Lebenspartnerin und nahm auch an einer Gay-Pride-Parade in Belgrad teil. Ein Entwurf ihrer Regierung sieht nun vor, ein von den Behörden registriertes Rechtsinstitut einer Gemeinschaft des Familienlebens zweier volljähriger Personen gleichen Geschlechts zu schaffen. Vor Gericht, in der Verwaltung und im Gesundheitsbereich sollen die Lebenspartner die gleichen Rechte erhalten wie Ehepartner. Von einer Adoption von Kindern ist im Gesetzesentwurf keine Rede.

Serbiens Bischöfe äußerten sich damit einverstanden, dass bestimmte Personen- und Eigentumsrechte auch gleichgeschlechtlichen Paaren eingeräumt werden. Dies sei jedoch eine rein administrative Frage, die keinen Eingriff in die Rechte von Ehe und Familie bedeuten dürfe. Mahnend formuliert der Heilige Synod in Richtung Regierung, er erwarte, „dass die Argumente der serbisch-orthodoxen Kirche zu diesem Thema respektiert werden“. Damit geht der vor wenigen Wochen unter prominenter politischer Anteilnahme ins Amt eingeführte Patriarch Porfirije erstmals auf Konfrontation mit der Regierung Serbiens.

Die serbische Ministerin für Menschen- und Minderheitenrechte, Gordana Comic, kündigte an, die Regierung wolle „einen Dialog mit den Gegnern des Gesetzes, der Kirche und den Religionsgemeinschaften“ führen. Das Gesetz solle im Mai im Parlament verabschiedet werden.  DT/sba

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