Warschau

„Primas des Jahrtausends“ Stefan Wyszynski und Ordensgründerin seliggesprochen

Der langjährige Primas von Polen, Kardinal Stefan Wyszynski, und die Ordensgründerin Elzbieta Roza Czacka sind heute seliggesprochen worden. An der Feier nahmen nicht nur sämtliche Bischöfe Polens sondern auch zahlreiche Politiker teil.
Selige Kardinal Stefan Wyszynski
Foto: episkopat.pl | Kardinal Stefan Wyszynski und Elzbieta Roza Czacka lernten sich am Rande von Warschau vor fast 100 Jahren in einem Zentrum für Blinde kennen.

Zusammen mit der Ordensgründerin Elzbieta Roza Czacka ist am heutigen Mittag der langjährige Primas von Polen, Kardinal Stefan Wyszynski, seliggesprochen worden. Die Zeremonie fand im Tempel der Göttlichen Vorsehung im Warschauer Stadtteil Wilanow statt. Die Feier wurde von Kardinal Marcello Semeraro, dem Präfekten der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, geleitet. 

Im Dienst der Bedürftigen und Schutzlosen

An der Feier nahmen nicht nur sämtliche Bischöfe Polens teil, angeführt vom Vorsitzenden der Polnischen Bischofskonferenz Stanislaw Gadecki, sondern auch der Apostolische Nuntius in Polen, Salvatore Pennacchio, und 600 Priester. Anwesend im Tempel waren zudem der polnische Präsident Andrzej Duda samt Gattin, sowie die polnische Regierung und andere Parlamentarier des Landes.

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In seiner Predigt ging Kardinal Semeraro auf die Zusammenarbeit der beiden neuen Seligen ein, die sich am Rande von Warschau vor fast 100 Jahren in einem Zentrum für Blinde kennenlernten, das Czacka, die selbst das Augenlicht in jungen Jahren verlor, gegründet hatte.

„Heute werden Kardinal Wyszynski und Mutter Czacka gemeinsam seliggesprochen. Dies ist wie eine Ergänzung zu der historischen Begegnung, dank derer sich die beiden Seligen vor 95 Jahren, im Jahr 1926, in Laski trafen. Damals wurde der junge Priester durch den Glauben und die Beharrlichkeit dieser Frau erbaut, die, von der Liebe Gottes bewegt, sich ganz Gott und dem Nächsten widmete. Dies führte zu einer wertvollen Zusammenarbeit, zu einem offenen Austausch von Absichten und Plänen. Vor allem aber entstand daraus eine Gemeinschaft des Glaubens, der Liebe zu Gott und dem bedürftigen und schutzlosen Menschen. Beide verstanden es, sich gegenseitig mit Kraft, Ausdauer und Mut zu erfüllen.“

Marianische Bindung Wyszynskis

Semeraro hob insbesondere die marianische Bindung Wyszynskis hervor und die Bedeutung der Heiligkeit. „Polen, die Nation Mariens, das Land der Heiligen und Seligen, in diesem Tempel der göttlichen Vorsehung, auf die Fürsprache der Jungfrau Maria, des seligen Stefan Wyszynski und der seligen Elzbieta Roza Czacka, bitten wir heute Gott, uns die Kraft zu geben, treue Zeugen seiner barmherzigen Liebe zu jedem bedürftigen Menschen unserer Zeit zu sein. Mögen die neuen Seligen mächtige Fürsprecher für diese verdienstvolle Nation sein, mögen sie ein Licht für die staatlichen und lokalen Behörden sein und die Kirche in Polen in ständiger Treue zum Evangelium Christi unterstützen.“

An der Feier im Tempel nahmen unter Einhaltung der Corona-Regeln insgesamt 3.500 Personen teil (obere Kirche: 2.500; untere Kirche: 1.000). Draußen vor dem Tempel nahmen bei sommerlichen Temperaturen und leichter Bewölkung 3.500 Gläubige an der Feier teil.  Als Tag der Verehrung von Wyszynski, dem „Primas des Jahrtausends“, wurde der 28. Mai festgelegt.     

Ursprünglich war die Seligsprechung am 7. Juni 2020 geplant. Die Pandemie hatte die kirchlichen Organisatoren zu einer Verschiebung des Termins gezwungen.  DT/mee

 

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